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Neuer Standort für beliebtes Lokal: Irish Pub zieht in die Alte Hauptpost um

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Von: Axel Schwarz

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Ortswechsel für die irische Harfe in Kassel: Gastronom Brendan Kennedy hat große Pläne in der benachbarten Alten Hauptpost.
Ortswechsel für die irische Harfe in Kassel: Gastronom Brendan Kennedy hat große Pläne in der benachbarten Alten Hauptpost. © Axel Schwarz

Die Alte Hauptpost in Kassel soll zu einem gastronomischen Anziehungspunkt umgebaut werden: Der benachbarte Irish Pub will dorthin umziehen.

Kassel – Die frühere Schalterhalle der Alten Hauptpost wird ab Sommer zur Attraktion für Freunde irischer Pub-Gemütlichkeit: Mit seinem beliebten Lokal in der Kaufburg gegenüber wird Irish-Pub-Betreiber Brendan Kennedy im Sommer in das historische Postgebäude umziehen und eine hohe Geldsumme in spektakuläre Gastro-Planungen investieren.

In dem historischen Bau von 1906 soll Kassel ein Irish Pub im authentisch viktorianischen Stil bekommen – samt Restaurantbetrieb, Außengastronomie und viermal größerer Bühne, auf der dann auch größere und bekanntere Ensembles auftreten. Ein langfristiger Mietvertrag sei inzwischen unterschrieben, berichtet der 45-Jährige, der aus Galway stammt und seit 17 Jahren mit seiner Familie in Kassel heimisch und gastronomisch erfolgreich ist.

„Wir hätten ohnehin rausgemusst“: Pub in Kassel zieht in benachbarte Alte Hauptpost

Am jetzigen Standort, wo an den Wochenenden trubelige Geselligkeit herrscht, das Guinness in Strömen fließt und pro Jahr 120 Livemusik-Auftritte stattfinden, ist die Zukunft schon seit Längerem unklar. In der heruntergekommenen, fast leerstehenden Kaufburg ist Kennedys Pub der letzte verbleibende Gewerbemieter. Perspektivisch wird das Gebäude in Kassel wohl für einen Neubau abgerissen.

Deshalb ist Kennedy nach eigenen Angaben bereits seit drei Jahren auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten gewesen: „Wir hätten über kurz oder lang sehr wahrscheinlich ohnehin raus gemusst.“ Doch ein Objekt in geeigneter Größe und Lage zu finden, habe sich trotz stadtweiter Suche als „fast unmöglich“ herausgestellt.

Kassel: Gastro-Planung für Alte Hauptpost begeistert Immobilienentwickler

Der entscheidende Hinweis sei dann von der Stadt Kassel gekommen: Der nach dem Auszug der Post ebenfalls verwaiste Prachtbau nebenan wird von einem Immobilienentwickler aus Jena verwaltet, der die Alte Hauptpost als Bürozentrum vermarkten will. „Die waren anfangs sehr zurückhaltend und hatten wenig Interesse an Gastronomie“, erzählt Brendan Kennedy. „Als wir dann aber unser Konzept vorgestellt haben, waren sie richtig begeistert.“

Das ist nachvollziehbar, wenn man die Skizzen sieht, die eine irische Spezialfirma für Pub-Einrichtungen für Kennedy entworfen hat. Demnach wird das geplante Lokal nicht nur vom Mobiliar, sondern auch von der Material-Anmutung her so aussehen, als könnte es schon seit hundert Jahren in Dublin, Cork oder Galway stehen – inklusive der landestypischen „Snugs“, abgeschirmten Bewirtungskojen, in denen Frauen oder der Pfarrer früher auf der katholischen Insel diskret und ohne Aufsehen ihr Guinness genossen.

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Standortwechsel für Pub-Inhaber in Kassel „ein Traum“ - Ausbau soll in Kürze beginnen

In seiner alten Heimat hat Kennedy bereits etliche Antik-Händler geplündert, um sein neues Pub mit stilechter Irland-Deko ausstatten zu können. „Das muss von Anfang an sehr schön werden“, sagt er und stellt klar: schön, aber auch „nicht zu schick“. Denn: „Wir wollen zwar neue Leute anlocken, aber unsere vielen alten Fans behalten.“

Dass sein Lokal als Ergebnis langer Standortsuche nun einfach auf die andere Straßenseite wechseln wird, sei „ein Traum“, sagt Kennedy. Es sei eine große Sache für ihn gewesen, sich zu einer Investition durchzuringen, die wohl an die Millionen-Marke gehen wird. Kostspielig sei besonders die Küchentechnik, dank derer die Kasseler Pub-Fans künftig auch Typisches wie Irish Stew, Shepherd’s Pie und Burger serviert bekommen werden.

Der aufwändige Pub-Ausbau soll in Kürze beginnen, sagt Kennedy. Ob alles so rechtzeitig fertig wird, um im Sommer noch von der documenta profitieren zu können, ist für den Gastronomen nicht so entscheidend: „Wir wollen das für unser Kasseler Publikum vernünftig machen.“ (Axel Schwarz)

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