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Ein Helm an jedem E-Scooter? Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels befürwortet Modell aus Israel

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Von: Anna Weyh

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E-Scooter werden auch in der documenta-Stadt immer beliebter: Vor der Uni Kassel am Holländischen Platz stehen unter anderem auch Elektro-Roller von der Firma Tier, die in Israel Fahrzeuge nur mit Helm anbietet. ARCHI
E-Scooter werden auch in der documenta-Stadt immer beliebter: Vor der Uni Kassel am Holländischen Platz stehen unter anderem auch Elektro-Roller von der Firma Tier, die in Israel Fahrzeuge nur mit Helm anbietet. ARCHI © andreas fischer

E-Scooter sind vor allem in Städten beliebt. Die Roller mit Elektromotor bergen jedoch auch Gefahren. Sind integrierte Schutzhelme die Lösung?

Kassel – Erst kürzlich kam es in Kassel zu einem Unfall, bei dem ein 16-jähriges Mädchen auf einem E-Scooter von einem Auto angefahren und dabei schwer verletzt wurde. Der Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels entdeckte nun auf einer Delegationsreise in Tel Aviv E-Scooter mit integriertem Helm. Da zwei Anbieter aus Israel auch in Kassel E-Scooter zur Verfügung stellen – nämlich die Firmen Tier und Lime – will Gremmels diese bitten, auch hier Roller mit Helmen anzubieten.

„Ich bin ein häufiger Nutzer und würde mich mit einem Helm deutlich sicherer fühlen“, sagt er. In Israel wurde bereits im Juni 2020 eine Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer eingeführt. Gremmels ist gegen diese allgemeine Regel und möchte sich hingegen dafür einsetzen, die Anbieter in Deutschland nur für das Bereitstellen eines Helms am Roller zu verpflichten. „So kann jeder Nutzer selbst entscheiden, ob er den Helm tragen möchte“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

In Deutschland gibt es bislang keine Helmpflicht für E-Scooter bis 20 km/h. „Um die Attraktivität des Fortbewegungsmittels zu erhöhen, wurde darauf verzichtet“, sagt Thomas Kramer vom ADAC Hessen-Thüringen. Der Verkehrsclub empfehle aber ausdrücklich, sich mit einem Helm zu schützen.

Auf HNA-Anfrage teilt der E-Scooter-Anbieter Tier mit: „Im Mai 2020 war Tier der erste Anbieter weltweit, der eine integrierte Helmlösung auf den Markt gebracht hatte. Die Smartbox mit faltbarem Helm wurde zuerst in Paris und Berlin bei 5000 E-Scootern angebracht.“ Ein gutes Jahr später habe Tier jedoch entschieden, die Helmboxen wieder zu entfernen. „Nur wenige Nutzer haben unsere Helmlösung verwendet, auch durch verstärkte Hygienebedenken während der Pandemie“, sagt ein Sprecher. Die Helmboxen implizierten auch zusätzliche Herausforderungen für den operativen Betrieb.

Der Anbieter Lime will die Sicherheit der E-Scooter-Fahrer mittels Fahrsicherheitstrainings verbessern. Gemeinsam mit der Deutschen Verkehrswacht werden zudem Strategien entworfen, um die Roller besser ins Mobilitätsangebot von Städten zu integrieren, sagt ein Sprecher. Das Team achte auf technische Aspekte, rechtliche Rahmenbedingungen und richtiges Verhalten auf den E-Scootern.

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