Bier-Produktion hat begonnen

Die documenta fifteen bekommt ihr eigenes Bier

Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta, nimmt eine Flasche des documenta-Bieres ins Visier.
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Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta, nimmt eine Flasche des documenta-Bieres ins Visier.

Die documenta in Kassel bekommt ihr eigenes Bier. Die Produktion in der Hütt-Brauerei in Baunatal hat bereits begonnen. Am 27. September 2021 kommt es auf den Markt.

Baunatal/Kassel – Es kommt nicht allzu oft vor, dass zu dieser Tageszeit angestoßen wird. Die Uhr zeigt noch keine 9 Uhr, da heben Kassels Oberbürgermeister und die documenta-Generaldirektorin jene Flaschen mit grün-gelben Etiketten, die gerade frisch aus der Abfüllanlage an den Gästen in der Hütt-Brauerei vorbeirattern. Es ist ein Prosit auf die documenta fifteen in Kassel – und auf das Getränk an sich.

Denn die Kunstausstellung hat nun ihr eigenes Bier. Unter den Augen von Brauereichef Frank Bettenhäuser und Hütt-Geschäftsführer Kai Salzmann drücken kurz zuvor Christian Geselle und Sabine Schormann höchst persönlich aufs Knöpfchen, um die Produktion zu starten. Baunatals Vizebürgermeister Daniel Jung lässt sich diesen außergewöhnlichen Termin ebenfalls nicht entgehen.

documenta-Bier wird im Kreis Kassel produziert

Die Maschinerie läuft wie ein Uhrwerk. Leergut wird gereinigt, defekte Flaschen aussortiert, dann kommt das Bier hinein, Kronkorken drauf und danach die Etiketten, deren Gestaltung unverkennbar an die Fassade des Ruruhauses in der Innenstadt erinnert. Fertig. Schormann greift sich gleich ein Exemplar und nimmt es ins Visier – gelungen, verraten ein Lächeln und anerkennendes Kopfnicken der Generaldirektorin: „Das passt hervorragend zur documenta im nächsten Jahr“, sagt sie.

Damit meint sie nicht nur die Optik. Selbstverständlich muss das erste documenta-Bier auch gekostet werden. Schormann verrät, dass Mitglieder der Ruangrupa, die künstlerischen Leiter der d15, bei der Auswahl des richtigen Geschmacks im Vorfeld beteiligt gewesen seien. Dass Indonesier meist muslimischen Glaubens sind und für gewöhnlich mit Alkohol nichts am Hut haben, sei kein Problem gewesen: „Die sind da ganz tolerant.“

documenta-Bier aus dem Kreis Kassel gibt es auch alkoholfrei

Und abgesehen davon, handelt es sich bei diesem ersten Durchlauf um die alkoholfreie Variante des d15-Bieres. Frisch schmeckt es, fruchtig, ein Hauch von Maracuja, süffig und vor allem ist nicht zu erkennen, dass kein Alkohol enthalten ist. Schormann ist zufrieden, die Verantwortlichen von Hütt ebenfalls, auch Geselle hebt den Daumen. Lecker.

Die genaue Zusammensetzung will Braumeister Andreas Busse freilich nicht verraten. Mit speziellen Aroma-Hopfen sei die traditionelle Rezeptur abgewandelt und veredelt worden. Alles bio, versteht sich. Überhaupt habe Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle gespielt. Das beträfe auch die Kronkorken und Etiketten, die erstmals zu 100 Prozent aus recyceltem Papier bestünden. Dass die Flaschen in den Baunataler Werkstätten als Sechserträger verpackt werden, bringe zugleich eine soziale Komponente mit, ergänzt Schormann. Das und der regionale Aspekt passe zum Ansatz der documenta fifteen.

Das Bier zur documenta fifteen ist nicht erst ab nächstem Jahr erhältlich. Beide Varianten des Getränks sind ab dem 27. September im Einzelhandel und in der Gastronomie erhältlich, sagt Kai Salzmann, Geschäftsführer der Hütt-Brauerei in Baunatal. Abgefüllt wird das Bier ausschließlich in 0,33-Liter-Flaschen. Es wird in Sechserträgern angeboten. Aktuell gebe es noch Lieferengpässe, was Papier und Pappe anbelangt. Der Preis für ein Sixpack liegt bei 5,99 Euro.

Kassel: Idee für das documenta-Bier stammt aus dem Rathaus

Die Idee für das Produkt stammt aus dem Rathaus Kassel von Oberbürgermeister Geselle, „Frau Dr. Schormann und ich haben das Vorhaben weitergedacht“, sagt Hütt-Geschäftsführer Salzmann. Vor etwa einem halben Jahr habe die Planung für das Bier zur documenta in Kassel begonnen.

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Zu der gehört zudem die Sorte mit Alkohol. Braumeister Busse beschreibt sie als helles Bier, das drei verschiedene Malze enthalte. Beide Sorten blieben zudem naturbelassen, also mit einem Schuss Resthefe versehen. Herausgekommen ist ein sommerlich-spritziges, naturtrübes Bier in Bio-Qualität, das durchaus Potenzial hat und die Lust auf die d15 zusätzlich steigert. In diesem Sinne: Prost! (Robin Lipke)

Die Organisatoren der documenta fifteen haben zwei neue Standorte in Kassel bekannt gegeben. Direktorin Schormann nannte zudem Details zur documenta fifteen in Kassel.

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