Andreas Sebera liebte den Sport und das Leben – Er wurde 55

Nachruf auf Andreas Sebera: Ein Vollmarshäuser Junge

Er war ein lebensfroher und sensibler Mensch: Andreas Sebera erlag am 10. April einem Krebsleiden.
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Er war ein lebensfroher und sensibler Mensch: Andreas Sebera erlag am 10. April einem Krebsleiden.

In dieser Rubrik erinnern wir an Menschen aus der Stadt und dem Landkreis Kassel, die gerade gestorben sind.

Kassel/Lohfelden – Er war ein großer Fan von Peter Maffay. Einmal war er auch bei einer Kreuzfahrt dabei, wo der Sänger auftrat. Deshalb wird Maffays Hit „So bist Du“ aus dem Jahr 1979 auch am Donnerstag bei der Urnenbeisetzung von Andreas Sebera gespielt. Im Alter von 55 Jahren ist der Chef des Edeka-Marktes Sebera in Rothenditmold an Krebs gestorben.

Wie war Andreas Sebera?

Wenn es um Sport ging, so war er ehrgeizig und kämpferisch, sagt sein guter Freund Jürgen Kitzinger. Sebera war ein talentierter Tischtennisspieler und Fußballer. Seine große Leidenschaft galt aber immer dem Tennis, er spielte seit den 1980er-Jahren. Seit vielen Jahren engagierte er sich in der Spielgemeinschaft Tennis Lohfelden und baute auch den Tennisförderverein auf. Sebera war es zum Beispiel zu verdanken, dass die Endrunde der Deutschen Tennismeisterschaften im Jahr 2016 in Lohfelden ausgerichtet werden konnte. Der Geschäftsmann kümmerte sich um die Sponsoren.

Andreas Sebera wurde zwar in Kassel geboren, lebte aber immer in Vollmarshausen. „Er war ein Vollmarshäuser Junge“, sagt Kitzinger. Schon als junger Mann baute er sich in dem Lohfeldener Ortsteil ein Haus hinter dem Haus seiner Großeltern. Sebera wollte seiner Familie immer nah sein, lebte bis zuletzt neben seiner Mutter Erika, sein Sohn Björn wohnte bei ihm im Haus. Der stammte aus Seberas erster Ehe, ebenso wie Tochter Saskia.

Über seine zweite Frau Heidi kam Sebera, der nach der Mittleren Reife an der Söhreschule in Lohfelden eine kaufmännische Ausbildung bei einem Elektrofachgroßhandel gemacht hatte, zu Edeka. Die beiden lernten sich 1999 kennen, Heidi hatte damals einen Markt hinter den „Drei Brücken“ in Kassel. Im Sommer 2004 eröffnete Sebera seinen neuen Markt mit rund 40 Beschäftigten unweit des alten Standorts an der Wolfhager Straße. Sebera wurde von seinen Mitarbeitern respektiert. Er war ein innovativer Chef, der darauf bedacht war, sein Geschäft immer weiter zu entwickeln. 2013 eröffnete er auch noch einen Getränkemarkt. Beliebt waren die Weihnachtsfeiern, die die Seberas für ihre Belegschaft ausrichteten.

Andreas Sebera liebte auch das Feiern mit Freunden. Er wird als lebensfroher und leidenschaftlicher Mensch beschrieben. Er kannte viele Menschen, viele Menschen kannten ihn. Das lag sicher auch daran, dass er als junger Mann dem Motorradclub „Laschkorken“ in Lohfelden angehörte und zur Dartmannschaft im früheren Lohfeldener Gasthaus „Zum Wiesengrund“ gehörte. Sebera ging gern zu Spielen der Kassel Huskies und zu denen der MT Melsungen und war ein großer Fan von FC Bayern München, was man seiner Gartenhütte ansah. Mit seiner Frau Heidi unternahm er viele Radtouren, zudem verreisten die beiden gern. Er war viel unterwegs, er hat sein Leben genossen.

Bei aller Fröhlichkeit war Andreas Sebera aber auch ein sensibler Mensch, der viel Mitgefühl für andere zeigte. Seine Freunde konnten sich immer auf ihn verlassen, sagt Jürgen Kitzinger.

Mit Kitzinger, der Direktor am Amtsgericht Hünfeld ist, und seinen Freunden Udo Reihert, Chef des Edeka-Markts in Lohfelden, sowie Rainer Armbröster, einem Polizisten im Ruhestand, bildete Sebera seit zehn Jahren den Erfa-Kreis. Die Abkürzung steht für Erfahrungsaustausch. Die vier Freunde trafen sich regelmäßig, um intensiv über Gott und die Welt zu diskutieren. Einmal im Jahr fuhren sie auch zusammen nach Sylt. Dieses Jahr werden sie zu dritt fahren.

Ende August 2020 bekam Andreas Sebera die Diagnose Krebs. Das war eine schwere Zeit für ihn und seine Familie. Zumal nur zwei Wochen später sein Bruder Frank im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist.

Allerdings gab Andreas Sebera nicht auf. Da die Chemo-therapie zunächst gut angeschlagen hatte, machte er sich Hoffnung, den Krebs zu besiegen. Doch dann kehrte die Krankheit mit aller Macht zurück. Andreas Sebera starb am 10. April.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass es so ist, wie Peter Maffay einst gesungen hat in „So bist Du“: „Und wenn ich sterb, dann stirbt nur ein Teil von mir.“ (Ulrike Pflüger-Scherb)

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