Verband Dakits unterstützt freie Träger

Wattelolli für die Kleinsten: Kasseler Kitas setzen auf Selbsttests nach der Urlaubssaison

Erzieherin Vanessa Zeitsch (links) von der Kita Die Kurzen überreicht einen Schnelltest für Zuhause an Maya (4) und Mutter Janalisa Hahne.
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Lollitest für die Kleinsten: Erzieherin Vanessa Zeitsch (links) von der Kita Die Kurzen überreicht einen Schnelltest für Zuhause an Maya (4) und Mutter Janalisa Hahne.

Kassel – So lecker wie ein echter Lutscher ist es zwar lange nicht, trotzdem steckt Maya beherzt das Stäbchen mit dem Wattetupfer in den Mund. Den Lollitest haben die Vierjährige und ihre Mutter Janalisa Hahne von der Kita „Die Kurzen“ bekommen. Über den Dachverband freier Kindertagesstätten in Kassel (Dakits) hat der Kindergarten an der Querallee kostenfrei einen großen Schwung Testsets für die kommenden Wochen erhalten.

Insgesamt 3500 der Corona-Schnelltests hat Dakits-Geschäftsführerin Antje Proetel bestellt und verteilt sie nun an die 47 Mitgliedseinrichtungen, die Interesse haben. Anders als in der Schule gibt es in Kitas keine Testpflicht für Kinder. Wird auf freiwilliger Basis getestet, beteiligt sich das Land Hessen zu 50 Prozent an den Kosten. Dakits spendiert seinen Mitgliedern nun vier Wochen lang die andere Hälfte der Kosten. Ziel sei, möglichst viele Einrichtungen und Familien zum Testen zu motivieren, sagt Antje Proetel. Gerade jetzt, wo viele aus dem Urlaub zurückkommen, sei es sinnvoll, auch Kita-Kinder zu testen. „Wir wollen auf keinen Fall wieder Einschränkungen riskieren, auch im Interesse der Eltern“, betont Proetel. Deshalb sei es auch wichtig, dass die Eltern und Familienangehörigen der Kinder sich impfen lassen. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es in Deutschland bislang keine allgemeine Impfempfehlung.

Die Rückmeldungen aus den Kitas auf die Aktion seien bislang positiv, berichtet Dakits-Geschäftsführerin Proetel. Gleichwohl wisse man, dass es auch einige Familien gebe, die eine Testung ihrer Kinder ablehnen. Man setze auf Freiwilligkeit der Eltern und natürlich auch der Kinder, betont Proetel. Ihre Einschätzung: Gerade die Lollitests, die man nur im Mund bewegen muss, sind auch für Kleinkinder bei entsprechender Anleitung unproblematisch.

Diesen Eindruck hat auch Erzieherin Vanessa Zeitsch von den Kurzen. Die von einer Elterninitiative getragene Kita bietet bereits seit dem Frühjahr – teils auf eigene Kosten – freiwillige Coronatests für die Kinder an. Bislang wurden dabei Nasen- oder Spucktests verwendet, für die man aber nur einen Teil der Kinder motivieren konnte. Bei den neuen Lollitests sei allein durch den Namen die Bereitschaft der Kinder da größer, sagt Zeitsch. Zwei Tests pro Woche und Kind können kostenfrei von den Familien mitgenommen werden.

Auch die Stadt Kassel setzt in ihren 37 Kindertageseinrichtungen nach der Ferienzeit auf freiwillige Selbsttests, die den Eltern nach Hause mitgegeben werden. Das Angebot werde positiv aufgenommen, heißt es auf HNA-Anfrage aus dem Rathaus. Die Gesamtkosten dafür betragen nach Angaben der Stadt 28 130 Euro, die hälftig vom Land übernommen werden.

Dakits will seine Mitglieds-Kitas nach der vierwöchigen Aktion weiterhin zu vergünstigen Konditionen mit Lollitests versorgen, kündigt Geschäftsführerin Antje Proetel an. In großer Stückzahl beziehe man die Tests im Einkauf für unter zwei Euro. Proetel hofft, dass auch in den Herbst hinein viele Einrichtungen bei der Stange bleiben – oder besser gesagt: beim Stäbchen. (Katja Rudolph)

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