Museumswoche ersetzt im September die Museumsnacht

Museumswoche zeigt, wie attraktiv Kassels Kulturszene ist

Stellten das Programm der Museumswoche KW 35 vor: Dirk Pörschmann (von links, Direktor Sepulkralmuseum), Susanne Völker (Kulturdezernentin), Moritz Wesseler (Direktor Fridericianum), Carola Metz (Leiterin Kulturamt) und Martin Eberle (Direktor Museumslandschaft Hessen Kassel).
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Stellten das Programm der Museumswoche KW 35 vor: Dirk Pörschmann (von links, Direktor Sepulkralmuseum), Susanne Völker (Kulturdezernentin), Moritz Wesseler (Direktor Fridericianum), Carola Metz (Leiterin Kulturamt) und Martin Eberle (Direktor Museumslandschaft Hessen Kassel).

Die traditionelle Kasseler Museumsnacht ist für viele eine Mini-documenta. Wegen Corona wird sie zum zweiten Mal durch eine Museumswoche ersetzt. Die hat es in sich.

Kassel – Wie schwierig der Neustart für die Kultur in der Pandemie war, hat Dirk Pörschmann im Juni erfahren. Mit gleich drei Ausstellungseröffnungen lockte der Direktor des Sepulkralmuseums damals in sein Haus am Weinberg. Im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor Corona, kam jedoch nur ein Fünftel der Besucher.

Mittlerweile sind die Gästezahlen zwar wieder etwas angestiegen, aber auch Pörschmanns Kollege Moritz Wesseler vom Fridericianum sagt: „Bei uns ist noch Luft nach oben. Es würde mich freuen, wenn wieder mehr Gäste kommen.“ Vielleicht sorgt dafür nun die Museumswoche, die vom 2. bis 5. September stattfindet und deren Programm die beiden nun mit Kulturdezernentin Susanne Völker und Martin Eberle von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) im Naturkundemuseum vorstellten.

Wie schon im Vorjahr ersetzt das Format die traditionelle Museumsnacht, die sonst die Menschen zu Tausenden am ersten Samstag im September in die Museen und Galerien lockt. Die Museumsnacht „lebt davon, dass es ein sehr dichtes Ereignis ist“, wie Völker sagt. Angesichts der immer noch nicht überwundenen Pandemie ist für sie eine solche Veranstaltung nach wie vor unvorstellbar. Aber auch die Museumswoche soll laut Völker eine „wichtige Plattform für die Vielseitigkeit und Kraft“ der heimischen Kulturszene und Museen sein.

Schon im Vorjahr, als an sechs Tagen knapp 10 000 Besucher kamen, gab es viel Lob für die KW 36, wie die Museumswoche damals hieß. Nun findet das Ganze eine Woche früher statt, weshalb es den Namen KW 35 trägt. Zudem wurde das Programm um zwei auf vier Tage gestrafft. Dafür passiert nun viel in den Abendstunden. Dienstag und Mittwoch waren 2020 nicht so gut besucht. Kleinere Initiativen können ihre Kräfte jetzt besser konzentrieren, wie Völker meint. Und für MHK-Chef Eberle wird „der Event-Charakter wichtiger“. Durch das komprimierte Programm denke man eher: „Jetzt musst du dabei sein.“

Für Kultur-Fans dürfte es tatsächlich schwer werden, in der ersten Septemberwoche daheim zu bleiben angesichts des Programms, das unter Leitung des Kulturamtes entstanden ist und Kunst, Stadtgeschichte, Naturkunde, Technik und Literatur präsentiert.

Unter den 47 teilnehmenden Institutionen sind große Häuser sowie viele kleine Einrichtungen – etwa das „Autohaus Autohaus“ am Königstor, die Galeria Kollektiva im Schillerviertel und das Hallenbad Ost, das auch ein Standort der documenta werden soll. Die Ruangrupa-Kuratoren der Kunstschau laden in ihr Ruruhaus in der Treppenstraße ein, das laut Wesseler „zum Wohnzimmer werden“ soll.

Das 15 Euro teure Ticket (ermäßigt 12) gilt erstmals für die gesamte Museumswoche und erneut als NVV-Fahrkarte im Nahverkehr. Karten und alle Infos gibt es über kw.35.de.

Nicht nur im Sepulkralmuseum steht für Direktor Pörschmann „das spielerische Moment im Fokus“. In allen Museen ist das kostenlose Gesellschaftsspiel „Monument Mal! Eine Reise durch Kasseler Museen“ erhältlich. In dem mithilfe der Spieleentwicklerin Corinna Seeger realisierten und von Illustrator Florian Biermeier gestalteten Spiel kann die ganze Familie um die Wette raten. Die Museumswoche kann man sich so erstmals mit nach Hause nehmen. (Matthias Lohr)

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