Spendenaktion für ehemaliges Feuerwehr-Spaßmobil

Auf diesem XXL-Rad können bald wieder neun Menschen treten

Was ist das denn? Johannes Hetzer (hinten von links im Uhrzeigersinn), Sebastian Pfaff, Fynn Kammel und Julian Wüst vom Radentscheid Kassel und der Critical Mass wollen ein XXL-Rad für neun Fahrer wieder flott machen.
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Was ist das denn? Johannes Hetzer (hinten von links im Uhrzeigersinn), Sebastian Pfaff, Fynn Kammel und Julian Wüst vom Radentscheid Kassel und der Critical Mass wollen ein XXL-Rad für neun Fahrer wieder flott machen.

Dieses XXL-Rad sieht aus wie das Ergebnis einer Schnapsidee: Neun Menschen können mit ihm fahren. Kasseler wollen das ungewöhnliche Gefährt mit einer Spendenaktion wider flott machen.

Kassel – Als sich Johannes Hetzer zuletzt auf sein neues Fahrrad setzte, schauten ihm Passanten hinterher und fragten: „Was ist das denn?“ Es ist ja auch kein gewöhnliches Rad, sondern eins für neun Personen. Es gehört auch nicht Hetzer allein, sondern sechs Kasselern, die sich sonst beim Radentscheid engagieren und die monatliche Rundfahrt Critical Mass organisieren.

Gemeinsam haben sie auf Ebay das Gefährt gekauft, auf dem links und rechts jeweils vier Fahrer in die Pedale treten können. Die neunte Person lenkt vorn. Es ist quasi der Ruder-Achter plus Steuermann unter den Fahrrädern.

Mit einer Spendenkampagne auf der Plattform Startnext wollen Hetzer und seine Mitstreiter Geld für die Reparatur sammeln, damit das XXL-Rad bald etwa wieder bei der Critical Mass und Festen gefahren und zum Hingucker werden kann. Denn einiges ist doch kaputt.

Das ungewöhnliche Dreirad hat ja auch eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst hieß es sogar, es sei einmal im „Guinnessbuch der Rekorde“ gewesen. Tatsächlich gibt es ein rotes Rad für neun Personen, das Geschichte geschrieben hat. Es wurde von Bastlern des Männerstammtischs „Goldenes E“ aus dem Hann. Mündener Stadtteil Lippoldshausen zusammengeschraubt.

Sie machten aus ihrem XXL-Rad 1980 ein Amphibienfahrzeug und schipperten damit 140 Kilometer Werra und Weser hinauf und schafften es so ins „Guinnessbuch“. Bei seiner Recherche stellte Hetzer aber fest, dass das Rad, das sie für 250 Euro im Niemetaler Ortsteil Imbsen westlich von Göttingen gekauft hatten, ein anderes war.

Gebaut wurde es im Eichsfelder Schraubenwerk im thüringischen Heiligenstadt. Die Feuerwehren aus Uder und Steinheuterode setzten es bei Festzügen ein. Zwischenzeitlich landete es in einer Fahrradwerkstatt der Zionskirche in Philippinenhof-Warteberg. Zuletzt gehörte das Rad dem Bulldog-Club in Imbsen.

Nun müssen unter anderem Antrieb, Bremsen und Scheinwerfer erneuert werden. Auch der Bosch-Motor, der als Trethilfe hinzugeschaltet werden konnte, ist hinüber. Bis zum 13. Mai wollen die Kasseler, die ihre Initiative „9 Menschen Rad“ nennen, 1000 Euro zusammenbekommen.

Vor allem viele Feuerwehren wollen das Gerät gern mal fahren, sagt Hetzer. Wer 99 Euro spendet, kann es sich einen Tag ausleihen. Für 15 Euro darf man den Radenthusiasten beim Schrauben über die Schulter schauen. Möglichst viel wollen sie originalgetreu lassen. Darum bleiben auch die beiden Aufkleber dran, auf denen steht: „Fühl dich sicher – Schlafe mit einem Feuerwehrmann.“ (Matthias Lohr)

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