Die beiden neuen Unigebäude holen das Außengelände ins Innere

Neubauten der Uni Kassel werden eingeweiht

Spiegelung: Noch ist der Außenbereich nicht fertiggestellt. Doch bereits jetzt ist erkennbar, wie sich bestehende Gebäude - wie das Technikgebäude nahe des Gießhauses - in den Neubauten widerspiegeln. Fotos: Herzog

Kassel. Auf ein kleines Grundstück viel Bauvolumen zu bringen - das war die heikle Aufgabe des Kasseler Architektenbüros Atelier 30 für die Neubauten der Uni Kassel.

„Das ist hervorragend gelungen“, lobt Projektleiter Jörg Ziemann vom Hessischen Baumanagement. Tatsächlich wirken die beiden Baukörper aus weißem Jura-Kalkstein an der Kurt-Wolters- und an der Mönchebergstraße trotz ihrer geometrischen Strenge verspielt. Sie öffnen sich zur Stadt hin und präzisieren gleichzeitig eine neue Eingangssituation an der Uni. Der Außenbereich, der teils gepflastert, teils begrünt wird, soll im Juni fertig sein. Die Ahna ist in diesem Bereich entdeckelt und soll noch renaturiert werden. „Das ist eine Aufwertung für das ganze Viertel“, sagt Ziemann.

Schwarz, Weiß, Orange - das sind die klaren Farben, die dem Gebäudeinnern Eleganz verleihen. Die schwarzen Wände entwickeln mit den weißen Galerien und dem orangefarbenen Fußboden aus Kautschuk Strahlkraft. Die freistehenden Treppen mit Eichenbelag sowie schlanke Stützen sind weitere wirkungsvolle Gestaltungselemente.

Strichcodes

Der Rhythmus der Fensterbänder in der Fassade des Gebäudes der Literatur- und Sprachwissenschaftler wird im Inneren in Form eines Strichcodes auf den schwarz gefassten Wänden aufgegriffen. Durch die geschickte Innenraumaufteilung verstärkt sich  der  Eindruck:   Hier herrschen eine klare Struktur und Übersicht. Unten befinden sich die Seminarräume, oben die Büros der Uni-Mitarbeiter.

Besonders gelungen ist es den Architekten Thomas Fischer, Ole Creutzig und Marco Schüler mithilfe großflächiger Fensterfronten, das Außengelände nach innen zu holen - seien es der Ahna-Grünzug, der Campus oder in den Büros die herrlichen Panoramen der Innenstadt.

Trotz der viel befahrenen Kurt-Wolters-Straße ist es in beiden Häusern dank des guten Schallschutzes mucksmäuschenstill. Mithilfe eines raffinierten Entlüftungssystems können die Gebäude auch nachts gelüftet werden.

Die langen Gänge wirken nicht langweilig. Das liegt daran, dass sie nicht schnurgerade verlaufen, sondern sich verjüngen oder sich - je nach Blickrichtung des Betrachters - erweitern. An den breiteren Stellen entsteht so Raum für Kommunikationsecken mit Sitzmöbeln.

Das Institut für Musik besticht durch ein einladendes Entree mit einer breiten Freitreppe. In den schallgedämmten Übungsräumen können sich Studenten ohne Störgeräusche ihrer Musik hingeben. Das Gebäude verfügt außerdem über ein Tonstudio und einen Schlagzeugraum. Herzstück bei den Musikern ist der 250 Quadratmeter große Konzertsaal mit Bühne. Auch dort tauchen wieder wie ein musikalisches Leitmotiv die Farben auf: Schwarz, Weiß, Orange.

Von Beate Eder

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.