Ex-Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz soll zur Wahl vorgeschlagen werden

Eine Frau soll die IHK führen

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Könnte am 15. April zur neuen Hauptgeschäftsführerin der IHK Kassel-Marburg gewählt werden: Sybille von Obernitz.

Kassel. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg wird künftig aller Voraussicht nach von einer Frau geführt.

Nach Informationen aus Präsidiumskreisen soll es sich um Sybille von Obernitz handeln – eine langjährige Mitarbeiterin des Dachverbands der Deutschen Industrie- und Handelskammern, dem Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Sie war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dr. Walter Lohmeier

Eine siebenköpfige Findungskommission um IHK-Präsident Dr. Martin Viessmann und dessen Stellvertretern Ludwig Georg Braun sowie Jörg Ludwig Jordan hat die Vorauswahl unter zahlreichen Bewerbern getroffen. Am Freitag wurde die Kandidatin dem 16-köpfigen Präsidium präsentiert. Dieses soll die 53-jährige Diplom-Volkswirtin der Vollversammlung – dem höchsten Gremium und Souverän der Kammer – zur Wahl vorschlagen. Die Sitzung findet am 15. April statt. Ihre Wahl vorausgesetzt, würde von Obernitz zum Jahreswechsel auf Dr. Walter Lohmeier folgen, der dann gut 20 Jahre an der Spitze der IHK stehen wird und in den Ruhestand wechselt.

In Augsburg geboren, startete die heute 53-Jährige nach Abitur und Studium der Politikwissenschaften, Geschichte und Volkswirtschaft ihre berufliche Karriere als Referentin in der IHK ihrer Heimatstadt. 1997 wechselte die Ökonomin nach Berlin, wo sie zunächst als Referentin von Präsident und Hauptgeschäftsführer der dortigen Kammer arbeitete. 2001 wechselte von Obernitz zum DIHK, wo sie bis 2011 mehrere Führungspositionen bekleidete.

In jenem Jahr ließ sie sich auf Vorschlag der CDU zur Wirtschaftssenatorin der Bundeshauptstadt wählen. Doch ihr kurzer, glückloser Ausflug in die Politik währte gerade einmal gut neun Monate. Am 11. September entließ der damalige Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, von Obernitz, die drei Tage zuvor darum gebeten hatte. Der Traum einer Politkarriere war geplatzt.

Grund war ein politischer Disput um die Neubesetzung des hoch dotierten Messe-Chef-Postens in der Hauptstadt. Das bescherte ihr heftige Kritik und den Bruch mit CDU-Landeschef Frank Henkel. Die Geschichte mit dem neuen Messe-Chef war aber offenbar nur der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. In ihrem Bemühen um die Neuausrichtung der vielgliedrigen Berliner Wirtschaftsförderung hatte die verheiratete Mutter dreier Kinder mit ihrem Führungsstil vielen vor den Kopf gestoßen.

Sich selbst bezeichnet die einem Adelsgeschlecht im thüringischen Vogtland entstammenden Marathonläuferin als zielstrebig und ungeduldig.

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