Papst-Demission

Kasseler Katholiken zollen Papst Benedikt Respekt

Kassel. Der Papst will sein Amt aufgeben. Katholiken in Kassel und der Region zollen diesem Verhalten Respekt. „Das war eine große Überraschung“, sagt Dechant Harald Fischer: „Ich glaube, damit hat keiner gerechnet.“

Er zolle dieser Entscheidung „großen Respekt“. Dass der Papst in der Lage sei, seine Grenzen zu erkennen und aus der Verantwortung für die Bedeutung des Amtes diese Konsequenz ziehe, verdiene Hochachtung. Die Erwartungen an seinen Nachfolger werden groß sein, vermutet Fischer: Es gebe viele offenstehende Fragen und einen Reformbedarf.

Schwester Maria Thoma

Schwester Maria Thoma von den Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz, (81), die lange Seelsorgerin im Marienkrankenhaus war, findet die Entscheidung Benedikts „sehr vernünftig“. Es sei gut, wenn man selbst eine solche Entscheidung treffe, wenn man feststellt, dass „Körper und Geist möglicherweise nicht mehr mitkommen“. Schließlich seien die Anforderungen an das Amt heute höher denn je. „Das Verhalten des Papstes zeugt von großer Ehrlichkeit - auch sich selbst gegenüber“, sagt die Ordensfrau. Für sie sei es wünschenswert, wenn sich alle innerhalb der katholischen Kirche so konsequent verhielten.

Ulrike Maqua

Auch für Ulrike Maqua (27) aus Kaufungen, Jugendbildungsreferentin im Katholischen Jugendreferat Kassel, kam die Nachricht am Rosenmontag überraschend. „Ich habe großen Respekt vor dieser Entscheidung.“ Sie findet es mutig, dass Papst Benedikt XVI. das Amt an jemanden anderes weitergeben will. „Er wird es sich gut überlegt haben.“

Dietrich Fröba (51), Diakon in der Justizvollzugsanstalt Kassel, empfindet vor dieser Entscheidung „Hochachtung und Respekt“. Das Verhalten zeuge von „hohem Verantwortungsbewusstsein und einer tiefen Verbindung zu dem Amt“. Der Papst sehe seine Grenzen. Darin zeige sich seine Souveränität.

Das Verhalten sei zeitgemäß, denn anders als früher erfordere das Amt unter anderem Schnelligkeit und promptes Reaktionsvermögen. „Der Papst hat klug entschieden.“

Von Christina Hein

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