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Hotel Hessenland: Eine Perle der 50er-Jahre-Architektur

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Von: Thomas Siemon

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Rückblick auf die frühen Jahre des Hotels: Die geschwungene Treppe ist charakteristisch für die 50er-Jahre Architektur im Hessenland. Dieser Teil des Hotels ist komplett erhalten.
Rückblick auf die frühen Jahre des Hotels: Die geschwungene Treppe ist charakteristisch für die 50er-Jahre Architektur im Hessenland. Dieser Teil des Hotels ist komplett erhalten. © Carl Eberth/Stadtarchiv

Das Hotel Hessenland aus dem Jahr 1951 soll erhalten werden. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des Gebäudes und seinen Architekten Paul Bode.

Kassel – Als Fußgänger wirft man vielleicht mal einen Blick durch die großen Fenster, aber normalerweise bleibt vor dem Hotel Hessenland (Baujahr 1951) niemand stehen. Während der documenta fifteen im Sommer war das anders. Da gab es im Erdgeschoss eine beeindruckende Kunstinstallation der südafrikanischen Gruppe Madeyoulook. Und damit auch die Gelegenheit, sich mal in dem Gebäude umzuschauen. Über die weit geschwungene Treppe im Foyer konnte man ein eigens für die Dauer der Kunstausstellung geöffnetes Café erreichen. Viele Menschen staunten über die gut erhaltene 50er-Jahre-Architektur. In den oberen für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Etagen waren documenta-Teilnehmer untergebracht. Hier gibt es auch noch ein Zimmer mit der Originalausstattung von vor 70 Jahren.

Damals hatte der Architekt Paul Bode den Auftrag bekommen, aus dem Trümmergrundstück neben dem im Krieg nicht zerstörten Hugenottenhaus an der Friedrichsstraße etwas zu machen. Der Bruder des documenta-Gründers Arnold Bode war im Nachkriegs-Kassel eine der prägenden Figuren. Unter anderem war er für die Gestaltung des Kaskade-Kinos am Königsplatz – dort befindet sich heute ein Biomarkt –, des Schlosshotels im Bergpark sowie für das Hotel Reiss am Hauptbahnhof verantwortlich.

Das Hotel Hessenland, das zwischenzeitlich auch mal den Zusatz Parkhotel hatte, verfügt über einen großen Ballsaal, der Platz für bis zu 800 Menschen bot. Hier wurden früher große Feste gefeiert. Ebenfalls eine Attraktion war die Dachterrasse mit einem herrlichen Blick über die Stadt. Das Hotel war viele Jahre eine gute Adresse, ehe es immer mehr in einen Dornröschenschlaf verfiel. Durch die geplante Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes rückt auch die denkmalgeschützte Architektur des 50er-Jahre Hauses wieder in den Fokus. Direkt gegenüber zwischen Wilhelmshöher Allee und Friedrichsstraße entsteht ein Neubau für das Deutsche Tapetenmuseum. Mit dem Hessischen Landesmuseum, der Torwache und dem ehemaligen Gebäude der Arnoldschen Tapetenfabrik gibt es rund um den Platz weitere attraktive Gebäude. » ARTIKEL UNTEN

Blick von oben: Der Brüder-Grimm-Platz mit dem Hotel (Mitte rechts). Archi
Blick von oben: Der Brüder-Grimm-Platz mit dem Hotel (Mitte rechts). Archi © Pia Malmus
Steht heute unter Denkmalschutz: So sah das Hotel Hessenland einige Jahre nach der Eröffnung aus.
Steht heute unter Denkmalschutz: So sah das Hotel Hessenland einige Jahre nach der Eröffnung aus. © Privat

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