63-Jähriger und 57-jährige Ehefrau wegen Betruges und Urkundenfälschung vor Gericht

Eine Reihe dubioser Geschäfte

Kassel. Mit diversen Betrügereien soll ein 63-Jähriger aus Söhrewald zwischen 2007 und 2009 andere Menschen übers Ohr gehauen haben, deshalb sitzt er seit Mittwoch auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Dort bestritt er die Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft auflistet.

Unter anderem soll er einen Bekannten in Kassel überredet haben, ihm dessen Pkw zu leihen, weil er ihn angeblich als Sicherheit für einen Kredit benötige. Da er eine Steuerrückzahlung erwarte, könne er das Auto schnellstens wieder auslösen, so sein Versprechen. Doch der Autobesitzer sah laut Staatsanwaltschaft seinen Wagen nie wieder.

Der 63-Jährige stellt es vor Gericht ganz anders dar: „Er wollte mir das Auto verkaufen.“ Darauf habe er sich jedoch nicht eingelassen, sondern das Auto lediglich „untergestellt“.

Weil der Bekannte finanziell klamm gewesen sei, habe er ihm ein anderes Auto geliehen, das er dann aber „als Schrotthaufen“ zurückbekommen habe. Der Betroffene sollte am ersten von drei geplanten Verhandlungstagen vor dem Amtsgericht als Zeuge aussagen, doch er erschien am Mittwoch nicht, deshalb soll er beim nächsten Prozesstag von der Polizei vorgeführt werden.

Ein anderer Zeuge war nach eigener Aussage vom Angeklagten in ein ähnlich dubioses Geschäft verwickelt worden. Auch er lieh dem 63-Jährigen ein Auto, das der angeblich wieder als Sicherheit für einen Kredit brauchte. Der Wagen wurde zu einem Autohändler gebracht, der dem Angeklagten dafür ein paar Scheine gab. Wenn er Geld vom Finanzamt zurückbekomme, so das Versprechen, bekäme der Autobesitzer sein Gefährt zurück.

Da aber keine Steuerrückzahlung floss, wurde das Auto in einer Zeitungsanzeige angepriesen. So fand sich ein Käufer, der Autobesitzer sah freilich weder seinen Wagen wieder, noch etwas von dem Geld aus dem Verkauf, wie er am Montag beklagte.

In einem Baumarkt in Körle soll der Angeklagte im Frühjahr 2009 eine Markise bestellt und an einen Partner weitergegeben haben, der sie dann an einem Wohnhaus anbaute. Der Markt blieb aber auf seiner Rechnung sitzen. Auch in diesem Punkt will der 63-Jährige seine Hände in Unschuld waschen. Er sitzt auch auf der Anklagebank, weil er in Österreich ein Auto geleast haben soll, obwohl er zur Zahlung der Raten gar nicht in der Lage gewesen sei, stattdessen habe er gefälschte Lohnabrechnungen vorgelegt.

In dem Verfahren vor dem Amtsgericht geht es auch um die Anmietung einer Wohnung in Österreich und einer weiteren in Fuldatal, in beiden Fällen soll keine Miete gezahlt worden sein, im zweiten Fall ist auch die 57-jährige Ehefrau wegen Betruges mitangeklagt. Am 16. März soll der Prozess fortgesetzt werden. (pas)

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