1. Startseite
  2. Kassel

World Cleanup Day soll auch in Kassel auf Müllproblematik aufmerksam machen

Erstellt:

Von: Matthias Lohr

Kommentare

Auch sie machen sauber: Haji Haji (links vorn), Anna Stutzer und ihre Mitschüler der Arnold-Bode-Schule haben Greifzangen für Sauberkeitsaktionen der Stadtreiniger und das Freiwilligenzentrum produziert. Auch Frank Gerhold vom Freiwilligenzentrum (links vor der Wand) und Lehrer Jens Kroll (ganz rechts) sind angetan von der Aktion.
Auch sie machen sauber: Haji Haji (links vorn), Anna Stutzer und ihre Mitschüler der Arnold-Bode-Schule haben Greifzangen für Sauberkeitsaktionen der Stadtreiniger und das Freiwilligenzentrum produziert. Auch Frank Gerhold vom Freiwilligenzentrum (links vor der Wand) und Lehrer Jens Kroll (ganz rechts) sind angetan von der Aktion. © Matthias Lohr

Seit Beginn der Pandemie nimmt die Vermüllung auch in Kassel zu. Ein neuer Verein will Abhilfe schaffen und organisiert den World Cleanup Day am Samstag.

Kassel – Als Läufer und Radfahrer weiß Dirk van der Werf, wie dreckig es in Kassel geworden ist. Immer wieder sieht er Müll in Straßengräben. Und als Betreiber von Joe’s Garage in der Friedrich-Ebert-Straße kennt er ebenfalls die Müllprobleme auf der Feiermeile. Auch deshalb hat van der Werf im vorigen Jahr mit einigen Mitstreitern den Verein WMDJE gegründet.

Die Buchstaben stehen für: „Wir machen das jetzt einfach.“ Van der Werf und die anderen wollen „sich beim Spaziergang in der Natur nicht nur über den achtlos weggeworfenen Müll aufregen. Wir wollen was machen.“ Mehrere Müllsammelaktionen hat der 52-Jährige bereits organisiert. Diesen Samstag ruft sein Verein dazu auf, sich beim World Cleanup Day zu beteiligen.

Der Weltaufräumtag findet jeweils am dritten Samstag im September statt. Laut des Trägervereins „Let’s do it“ beteiligten sich im Vorjahr allein in Deutschland fast 190 000 Menschen in 836 Kommunen. In Kassel wird an diesem Samstag von 10 bis 12 Uhr rund um die Goetheanlage, an der Hasenhecke und an der Fuldatalstraße Müll aufgesammelt. Außerdem gibt es Aktionen in Fuldatal und Kaufungen. Jeder kann mitmachen.

Auch bei den Stadtreinigern freut man sich über die Freiwilligen. Laut Pressesprecherin Birgit Knebel sind jeden Tag 150 Mitarbeiter in der Stadt unterwegs, um Straßen, Plätze und Grünanlagen vom Müll zu befreien. Seit Beginn der Pandemie hat das Littering, wie Fachleute die Vermüllung bezeichnen, deutlich zugenommen. Genaue Zahlen hat man nicht bei den Stadtreinigern. Aber laut Knebel ist klar: „Durch die Pandemie gibt es im To-go-Bereich sehr viel mehr Müll.“ Doch der landet oft nicht in der Mülltonne.

Sascha Borchert von den Stadtreinigern stellt ernüchtert fest: „Wenn alle den Papierkorb nutzen würden, müssten wir nicht sauber machen.“ Darum geht es beim Cleanup Day nicht nur ums Saubermachen. Die Menschen sollen auch auf die wachsende Müllproblematik hingewiesen werden, um Einwegverpackungen zu vermeiden oder richtig zu entsorgen.

Auch in der Arnold-Bode-Schule hat man sich dazu Gedanken gemacht. Die Berufsschüler im Bereich Holztechnik fertigten 500 stabile Holzzangen für die Stadtreiniger an. Außerdem stellten sie praktische Tragehilfen für Lagerung und Transport her. Eingesetzt werden sollen die Zangen bei Sauberkeitsaktionen der Stadt. 150 von ihnen können auch im Freiwilligenzentrum ausgeliehen werden. Dort melden sich laut Geschäftsführer Frank Gerhold immer mehr Menschen, die sauber machen wollen.

Auch Berufsschullehrer Jens Kroll hat eine positive Entwicklung festgestellt. Das Umweltbewusstsein bei Schülern sei groß: „Das Problem ist die Generation 45 plus.“ Es wird also auch nach dem Cleanup Day weiter aufgeräumt werden müssen. Abfalldezernent Dirk Stochla dankt daher den „vielen Freiwilligen, die ein Zeichen setzen für ein sauberes Stadtbild und den Schutz der Umwelt“.

Für einen großen Teil des Mülls sorgen Raucher. Laut den Stadtreinigern sind Zigarettenkippen weltweit der häufigste Abfall. Zwei Drittel landen auf Straßen, im Grünen und im Wasser, wo es Jahrzehnte dauern kann, bis sie sich zersetzen. Die Kippen enthalten bis zu 700 Schadstoffe, 50 sind krebserregend. Schon eine Zigarettenkippe kann 1000 Liter Wasser mit Nikotin verseuchen. Die Stadtreiniger weisen auf Einwurfschächte für Kippen an Papierkörben hin und empfehlen Taschenaschenbecher. (Matthias Lohr)

Auch interessant

Kommentare