Anonymer Spender stellt 100 000 Euro für Ottoneum zur Verfügung

Freude über die Gründung der „Stiftung Naturkundemuseum Kassel“: Unser Foto zeigt vor einem Schaubild der aktuellen Ausstellung „Monster? Die Wahrheit über Nessie, Bigfoot und Co.“ im Ottoneum (von links): Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Museumsleiter Dr. Kai Füldner und Sparkassenchef und Vorstand der Bürgerstiftung, Ingo Buchholz. Foto: Malmus

Kassel. Ein schönes Weihnachtsgeschenk hat jetzt der Leiter des Kasseler Naturkundemuseums, Dr. Kai Füldner, in Empfang genommen. Ab nächstem Jahr stehen seinem Haus für museumspädagogische Arbeit jährlich circa 1500 Euro mehr zur Verfügung.

Es handelt sich um den aktuellen Zinsertrag, den eine neue Zustiftung zur Bürgerstiftung für die Stadt und den Landkreis Kassel erbringt: Mit einer Kapitalsumme von 100 000 Euro wurde jetzt die „Stiftung Naturkundemuseum Kassel“ gegründet.

Der Stifter lebt im Landkreis Kassel und möchte laut Alexander Schmidt, dem Geschäftsführer der Bürgerstiftung, anonym bleiben. Allerdings plant er mit Füldner in Kontakt zu treten, um mit ihm über die Zweckbestimmung zu sprechen. Für Füldner steht außer Frage, dass er das Geld in die Museumspädagogik des Naturkundemuseums investiert. Er könne sich vorstellen, mit dem Geld Schulklassen aus benachteiligten Stadtteilen einen Museumsbesuch zu ermöglichen.

Bereits mit 70 Euro sei es möglich, einer kompletten Schulklasse die Tram-Anfahrt zum Ottoneum, den Eintritt sowie eine Führung zu finanzieren. Auch Angebote für Kinder wie Fledermausexkursionen, Ferienspiele, Workshops und andere Sonderaktionen könnten eine Finanzierungshilfe gebrauchen.

„Die Pädagogik spielt eine entscheidende Rolle für die Existenz eines Museums“, sagte Füldner. Kinder und Jugendliche zu animieren, kulturelle Werte zu erkennen und zu bewahren sei heute eine große Herausforderung und Notwendigkeit. Das Naturkundemuseum sei da der beste „Einstieg für die Wahrnehmung von Kultur“.

„Dies ist ein guter Tag für das Naturkundemuseum“, sagte Ingo Buchholz, der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Sparkasse, die die rechtsfähige Bürgerstiftung 1999 eingerichtet hatte. Er betonte, dass über das Stiftungskapital hinaus für die „Stiftung Naturkundemuseum“ auch gespendet werden könne.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen freute sich ebenfalls über die finanzielle Unterstützung. Er wies in Hinblick auf die Neugründung der Stiftung darauf hin, dass das Naturkundemuseum außerordentlich erfolgreiche Arbeit leiste: 84 000 Besucher kamen im Jahr 2011 in das Haus. In diesem Jahr war das Museum außerdem documenta-Standort; weshalb bis Ende 2012 voraussichtlich über 300 000 Besucher das Ottoneum besucht haben werden.

Von Christina Hein

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