Brand in einem Haus der Rotlicht-Szene im Wesertor – 80 000 Euro Schaden

Eine Verletzte nach Feuer

Schnelle Hilfe: Mit einem Großaufgebot waren Berufsfeuerwehr und Rettungsdienst gestern am frühen Morgen an der Schützenstraße im Einsatz. Fotos: Malmus

Wesertor. Dramatische Szenen haben sich gestern Morgen in einem mehrgeschossigen Haus im Kasseler Stadtteil Wesertor abgespielt. Bei einem Feuer an der Schützenstraße wurde eine Frau verletzt. Zehn weitere Personen seien teils mithilfe von Drehleitern gerettet worden.

Gegen 5.15 Uhr sei die Feuerwehr alarmiert worden. Als die Einsatzkräfte wenig später an der Schützenstraße eintrafen, seien meterhohe Flammen aus einem Fenster geschlagen, sagte Joachim Greis, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr. Mehrere Menschen sollen aus den Fenstern um Hilfe gerufen haben.

Die verletzte Frau, die sich in der brennenden Dreizimmerwohnung aufgehalten haben soll, habe eine Rauchgasvergiftung und Verbrennungen erlitten. Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus. Sie habe sich ins Freie retten können und sei den Feuerwehrleuten gewissermaßen in die Arme gelaufen.

Über ihre Identität hatte die Polizei bis gestern Abend keine Klarheit. Mithilfe eines Dolmetschers wurde sie zu Alter und Herkunft befragt, habe aber unterschiedliche Angaben gemacht, sagte Polizeisprecherin Sabine Knöll.

Auch die Identitäten der anderen Mieter ließen sich erst nach und nach aufklären. Der Hausbesitzer habe der Polizei keine Auskünfte geben können, sagte Polizeisprecherin Sabine Knöll.

In dem Haus sollen dem Vernehmen nach auch Prostituierte ihre Dienste anbieten. Einige Wohnungen werden augenscheinlich für einzelne Tage vermietet. Kaum eine der angetroffenen Mieterinnen sei der deutschen Sprache mächtig gewesen, sagte die Polizeisprecherin. Auch der Hausbesitzer habe keinen Überblick gehabt, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt des Feuers in dem Gebäude aufhielten. Beamte vor Ort hätten kaum Informationen bekommen.

Gegen 7.30 Uhr sei das Feuer endgültig gelöscht worden, sagte Gries. Nachdem die unteren Etagen belüftet worden seien, konnten die Bewohner wieder in die Wohnungen.

Nach Auswertung der Spuren am Brandort gehe die Kripo davon aus, dass Kerzen das Feuer verursacht haben, sagte Knöll. Die Mieterin, in deren Wohnung der Brand ausbrach, habe mehrere Kerzen angezündet und sei dann eingeschlafen. Den Schaden schätzten Feuerwehr und Polizei auf etwa 80 000 Euro. (clm)

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