Mit einem Blick fürs Komische

Karikaturist Gerhard Glück mit Goldenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet

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Ausgezeichnet: Cartoonist Gerhard Glück.

Kassel. Ein altes Ehepaar, von Roststaub bedeckt, Bildunterschrift: Eiserne Hochzeit. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, so könnte das Leitmotiv des Karikaturisten Gerhard Glück lauten, der alltägliche Szenen mit trockenem Humor und dem Blick fürs Komische zu Papier bringt und mit dieser Kunst über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden ist.

Für sein Werk erhielt der gerade 70 Jahre alt gewordene Künstler gestern aus den Händen von Oberbürgermeister Bertram Hilgen im Rathaus die Goldene Ehrennadel der Stadt.

Glück habe es zu „großer Meisterschaft gebracht, mit ausgefeilter Technik Text und Bild zu kombinieren“, sagte Hilgen. Er mache „ganz große Kunst mit einer ganz eigenen Handschrift“. Damit hat der gebürtige Bad Vilbeler, der in Frankfurt aufgewachsen ist, schon als Schüler auf dem Gymnasium begonnen, als er die ersten – damals sogenannten – Witzbilder zeichnete. 1966 kam er nach Kassel, um Grafikdesign an der Werkkunstschule zu studieren. Er blieb in der Fuldastadt. 1972 hängte er an der damaligen Gesamthochschule Kassel ein Kunsterzieherstudium dran und unterrichte viele Jahre Kunst am Kasseler Goethe-Gymnasium.

Ganz eigener Humor: „Wilfried zeigt seinen neuen Schuhen den grauen Alltag.“

Nebenher räumte Glück jede Menge Auszeichnungen ab. Mehrfach gewann er den Deutschen Karikaturpreis. Seine Cartoons präsentierte er in der HNA und in weiteren, auch überregionalen Publikationen. Für die Ehrung bedankte sich der Künstler mit einigen ironischen Anekdoten. Er sei ja ein Vereinsmuffel. Bei der Caricatura, dem Kunst- und Museumsverein habe er eine Ausnahme gemacht, weil er so kostenlos in die Ausstellungen komme, sagte er augenzwinkernd.

Werke von Glück sind momentan in der Karl-Branner-Seitenhalle des Rathauses und der Caricatura am Kulturbahnhof zu besichtigen. (pdi)

Ab 5. September sind seine Bilder im Schloss Wilhelmshöhe zu sehen.

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