Nach Protest: Studentenwerk stoppt Gebühr für Sitzplatz-Reservierung im K10

Essen gerne im Bistro K10: Von der Platzreservierung für einen Euro halten die Studenten Arne Kammerath (vorne) und Arthur Hauf aber nichts. „Man kommt schließlich hierher, weil es günstig ist.“ Gestern ruderte das Studentenwerk zurück und stellte die kostenpflichtige Reservierung im K10 wieder ein. Foto: Rudolph

Kassel. Sitzplatzgarantie gegen Gebühr: Im Bistro K10 auf dem Uni-Campus hat das Studentenwerk vor einigen Tagen eine Platzreservierung eingeführt. Ein Euro pro Platz wurde dafür fällig. Das schmeckte der Juso-Hochschulgruppe gar nicht.

Nach deren öffentlicher Kritik und den Anfragen der Presse ruderte das Studentenwerk gestern umgehend zurück. „Da dieses Angebot offenbar als Klientel-Angebot verstanden werden kann, wird es jetzt eingestellt“, teilte Sprecherin Brigitte Schwarz mit.

Genau so haben die Hochschul-Jusos die Reservierung im K10 verstanden. Eine Sitzplatzgarantie gegen Geld sei ungerecht, kritisierten die Jusos. „Wer über einen besseren finanziellen Hintergrund verfügt, hat so einen klaren Vorteil bei der Sitzplatzsuche“, sagte Sebastian Geiger von der Juso Hochschulgruppe.

Das Studentenwerk begründet die Einführung der Reservierung im K10 mit den Platzproblemen durch den derzeitigen Umbau der Zentralmensa. Seit Anfang März ist deshalb das Restaurant Moritz, das mit in dem Mensagebäude untergebracht ist, geschlossen und er Restaurantbetrieb in den Pavillon verlegt worden. Im Moritz, in dem eher Professoren und Mitarbeiter der Uni speisen, ist – wie in Restaurants üblich – eine kostenlose Reservierung möglich.

Weil im Ausweichstandort Pavillon aber nur 50 statt 90 Plätze zur Verfügung stünden, habe man das Reservierungsangebot auf das Bistro K10 ausgedehnt, erklärt Studentenwerks-Sprecherin Brigitte Schwarz. Allerdings sei die Reservierung dort auf zehn von den insgesamt 200 Plätzen beschränkt gewesen.

Im K10 gebe es zwar keinen Service am Tisch, sondern nur Selbstbedienung, aber die reservierten Plätze seien abgesperrt und eingedeckt worden. Den Euro habe man erhoben, um die Kosten aufzufangen. Das Angebot ist laut Brigitte Schwarz in zwei Wochen nur zweimal in Anspruch genommen worden.

Die Jusos sind erleichtert, dass die Reservierung gegen Gebühr jetzt gekippt ist. „Wenn die Kapazitäten knapp sind, dann eine Pauschale auf Sitzplätze zu erheben und Gewinn daraus zu schlagen, ist einfach dreist“, sagt Jörg Schrader, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe. Zudem könne es nicht angehen, dass der besser verdienenden Klientel Vorteile verschafft würden. Schließlich zahlten die Studenten über den Semesterbeitrag mehr als 70 Euro an das Studentenwerk. Da dürfe man auch verlangen, dass sich das Studentenwerk in erster Linie um die Belange der Studierenden kümmere.

Ab sofort ist laut Studentenwerk im K10 gar keine Reservierung mehr möglich. Die Sitzplatzreservierung im derzeit im Pavillon beherbegten Restaurant Moritz ist weiterhin kostenlos.

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