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Kurioser Fehlalarm vor dem Warntag in Wolfsanger: Einen Tag zu früh geheult

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Von: Florian Hagemann

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Klassiker: Die Sirene des Typs E57 mit dem pilzförmigen Dach – hier in Landershausen – ist das vorherrschende Modell im Landkreis.
Klassiker: Die Sirene des Typs E57 mit dem pilzförmigen Dach. © Mario Reymond

Im Kasseler Stadtteil Wolfsanger heulte die Sirene schonen einen Tag vor dem eigentlichen Warntag. Das schreckte viele Einwohner auf.

Wolfsanger – Kurz vor zehn Uhr wurde es Roswitha Bednarek gestern zu bunt – oder besser gesagt: zu nervig. Sie musste raus aus ihrem Stadtteil, bloß weg aus Wolfsanger. Der Grund war der Dauerton der Sirene im Quartier: „Sie hat so laut gedröhnt, und irgendwann ist halt Schluss“, sagt Bednarek, die mittlerweile wieder Frieden geschlossen hat mit ihrem Stadtteil. „Jetzt ist ja wieder Ruhe.“ Um 10.20 Uhr hatte die Sirene aufgehört zu heulen. Da war die Beschallung über eine Dauer von annähernd 80 Minuten aber schon längst Thema im Stadtteil – und darüber hinaus. Selbst in Niestetal soll sich der eine oder andere gewundert haben.

Auch Wolfsangers Ortsvorsteher Helmuth Brehm hat den Alarm wahrgenommen. Für ihn hörte er sich an, als ob die Sirene in Dauerschleife agierte: „Als ob jemand immer wieder versuchte, sie abzuschalten, es aber nicht gelang.“ Und sekündlich grüßte das Murmeltier.

Nur: Was war da eigentlich los, zumal erst für heute der deutschlandweite Warntag terminiert ist? Ist Wolfsanger seiner Zeit voraus? Stadtsprecher Michael Schwab begründet das um 26 Stunden vorgezogene Geheul mit einem technischen Defekt am Sirenensteuergerät jener Warnsirene, die sich am Standort „Auf der Freiheit“ befindet. Dieser Fehler habe die Anlage selbstständig ausgelöst. Menschen aus Wolfsanger hätten daraufhin bei der Feuerwehr Kassel angerufen, deren Mitarbeiter seien dann zu der Sirene gefahren und hätten sie abgestellt. Dass der Fehlalarm mit dem heutigen Warntag zusammenhängt, verneinte Schwab. Er sprich von reinem Zufall.

Allerdings hat das gestrige Sirenengeheul in Wolfsanger Folgen für heute. Denn, so Schwab: „Um ein erneutes unbeabsichtigtes Auslösen zu verhindern, wurde die Sirene außer Betrieb genommen.“ Heißt: Sie ist heute, wenn ab 11 Uhr alle entsprechenden Geräte getestet werden, nicht zu hören. Zur Warnung der Bevölkerung befinden sich im Stadtteil Wolfsanger, zu dem auch die Hasenhecke zählt, noch zwei weitere Sirenen. Es wird also trotzdem noch etwas zu hören sein heute – es sei denn, es läuft etwas schief. (Florian Hagemann)

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