Mehr als 600 Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen zum Männertag von Team.F

Einfach mal Mann sein

Echte Kerle unter sich: Einmal im Jahr reisen mehrere Hundert Männer nach Kassel, um auf dem Männertag all das zu machen, was sie aus Rücksicht auf ihre Familie zu Hause nicht machen können. Baumstammweitwurf war nur eines von vielen Angeboten. Fotos: Schaffner

Kassel. Baumstämme werfen, auf einem Quad durch die Gegend sausen, Bogenschießen und um die Wette sägen - mehr als 600 Teilnehmer haben sich am vergangenen Wochenende beim Männertag am Jesus-Centrum im Gewerbepark Niederzwehren mal so richtig austoben können. Veranstaltet wurde der Treff von „Team.F - Neues Leben für Familien“, einem bundesweit aktiven christlichen Verein, der sich auf die Fahne geschrieben hat, Familien durch Aktionstage, Seminare sowie Workshops zu stärken.

„Es ist einfach eine ganz andere Atmosphäre, wenn nur Männer zusammen sind“, sagte Organisator Christof Matthias von Team.F Hessen. Er selbst bezeichnet sich zwar als leidenschaftlichen Ehemann, „aber hier kann man einfach mal Mann sein, ist unter sich und muss keine Rücksicht auf Frau und Kinder nehmen“, sagte der vierfache Vater aus Baunatal.

Während die einen mit professionellen Referenten unter dem Motto „bärenstark und kinderleicht“ über die Identität des Mannes sinnierten und sich in Gesprächsrunden über Freundschaft, Glauben und Sexualität austauschten, verausgabten sich die anderen beim Bogenschießen, Kraftsport und Quadfahren. „Ich hole mir hier neue Inspiration für mein Leben als Mann“, sagte Dirk Riedel aus Hannover. Da er aus einer sportlichen Familie kommt - sein Bruder Lars Riedel ist Diskuswurf-Olympiasieger - freute er sich besonders über den so genannten Timbersport-Parcours. Auch wenn es bei Baumstammweitwurf, Sägewettbewerb und dem Stemmen von Holzgewichten keine Goldmedaillen zu gewinnen gab - „das Outdoor-Programm hier ist einfach super“, frohlockte Riedel, der unter Anfeuerung seiner Geschlechtsgenossen ein ganzes Bündel Baumstämme in die Höhe wuchtete.

Für Uwe Göhring aus Erftstadt standen hingegen Gespräche im Vordergrund: „So ein Männertag hilft mir, mich im Gedankenaustausch mit anderen Männern auch selbst besser kennenzulernen“, sagte der Rheinländer. Schließlich könne nur dann jemand Spuren im Leben anderer hinterlassen, wenn er weiß, wer er selbst überhaupt sei. Ähnlich äußerte sich Gerold Stern aus Kassel, der bereits zum zweiten Mal am Männertag teilnahm. „Ich mache das hier für meine persönliche Reife, aber auch für meine Glaubensreife“, sagte der 43-Jährige.

Zum ersten Männertag 1996 kamen etwa 40 Teilnehmer. Inzwischen lockt der Aktionstag jährlich regelmäßig mehrere Hundert Männer aus ganz Deutschland nach Kassel. www.team-f.de

Von Sebastian Schaffner

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