Nach Problemen mit Sterilisation: Am Klinikum sind wieder alle OPs möglich

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OP-Besteck: Weil ein großer Teil der chirurgischen Instrumente des Kasseler Klinikums aufbereitet wurde, fanden zeitweise nur zehn Operationen pro Tag statt - normalerweise sind es 60 bis 70.

Kassel. Fünf Monate ist es her, dass am 1. Februar die Abteilung zur Reinigung und Sterilisation von OP-Instrumenten am Klinikum Kassel vorübergehend geschlossen wurde.

Der Grund: Bei einer kurzfristig angesetzten Kontrolle der Gesundheitsbehörden waren Ablagerungen und Verfärbungen auf OP-Bestecken gefunden worden. Inzwischen hat sich der Operationsbetrieb an Kassels größtem Krankenhaus fast wieder normalisiert.

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So können wieder alle Operationen abgedeckt werden, sagte Klinikums-Sprecherin Gisa Stämm auf Anfrage. Insgesamt sei wieder eine ausreichende Zahl von Sieben, die Operationsbestecke enthalten, im Einsatz. Allerdings sind einige Spezialinstrumente, wie sie zum Beispiel für bestimmte Eingriffe in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik gebraucht werden, noch nicht wieder in der gewünschten Anzahl im Haus vorhanden. Diese seien zum Teil neu bestellt worden und aufgrund von Lieferengpässen noch nicht eingetroffen.

Zudem habe die Aufbereitung der Instrumente, die das Klinikum zu den Herstellern zurückgesandt hatte, länger gedauert als ursprünglich gedacht. Derzeit würden noch die letzten Siebe bei den Firmen aufbereitet. Außerdem werde das Klinikum seinen Siebbestand erhöhen, um künftig Engpässe zu vermeiden, sagte die Sprecherin.

Aufgrund der Beanstandungen bei den Operationsbestecken waren im Februar alle im Umlauf befindlichen Instrumente des Klinikums zunächst in Quarantäne genommen worden. Eine große Auswahl - etwa 500 Siebe mit Operationsinstrumenten - war zu den Herstellern zur Prüfung und Aufbereitung geschickt worden, hieß es. Damals war die Rede von über 1500 Sieben mit insgesamt 30 000 einzelnen Instrumenten, über die das Klinikum bis dahin verfügte.

Wegen dieser Ereignisse waren die Reinigungsprozesse der Zentralsterilisation des Klinikums umgestellt und unter anderem zwei eigene Dampferzeuger für die Abteilung angeschafft worden. Gesundheitsgefährdungen durch Ablagerungen und Verfärbungen (gefunden wurden Silikate und Eisenteilchen) an Operationsbestecken hat es - soweit bekannt - aber nicht gegeben. Im Mai hatte Klinikums-Chef Gerhard M. Sontheimer die Kosten für die Reinigung und den Austausch der OP-Bestecke sowie für die neuen Geräte in der Zentralsterilisation auf etwa 7,5 Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten sind auch die Einnahmeverluste wegen ausgefallener Operationen. (hei)

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