Bilder von HNA-Lesern

Tier-Beobachtungen für Fotoprojekt: Nagetier Nutria an Fulda heimisch

An der Fulda zu Hause: Diese Nutria, auch Biberratte genannt, lässt sich immer mal wieder an der Gärtnerplatzbrücke blicken. HNA-Leser gaben den Tierfotografen diesen Tipp. Fotos: Gieseler

Kassel. Die Kasseler Tierfotografen Anja Gieseler und Gerhard Müsch haben fette Beute gemacht. Nachdem die HNA über deren Fotoprojekt „Wildes Kassel“ berichtet hatte, meldeten sich etwa 100 Leser bei den Fotografen, um Wildtiersichtungen im Stadtgebiet zu melden.

Aufgrund der Hinweise sind neue Fotos für das Projekt entstanden, das den Vormarsch der Wildtiere in die Stadt dokumentieren soll.

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Unter den Anrufern und E-Mail-Schreibern waren gleich mehrere, die auf eine Nutria hinwiesen, die sich häufig an der Gärtnerplatzbrücke an der Fulda blicken lässt. Tatsächlich gelang es den Fotografen, die auch Biberratte genannte Nagetierart abzulichten. „Es handelt sich offenbar um einen älteren Einzelgänger. Wenn das Tier keinen Partner findet, wird es sicher die Fulda weiter abwärts ziehen“, erzählt Anja Gieseler.

Die Nutria stammen aus Südamerika und wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts in Pelzfarmen in Europa gezüchtet, wo einige Tiere ausbüxten. Die Tiere sind deutlich größer als Bisamratten und nur etwas kleiner als Biber.

In der Karlsaue fotografiert: Ein Eisvogel mit Beute.

Nach dem großen Verwandten halten die Fotografen weiter Ausschau. Denn auch zum Biber in Kassel gab es viele Hinweise. Allerdings nur zu dessen Nagespuren, die inzwischen überall am Kasseler Fuldaufer zu finden seien, so Gieseler. Weil der Biber nachtaktiv und scheu sei, sei es schwer, diesen mit der Kamera zu erwischen. In den kommenden Nächten wollen sie ihr Glück nochmal versuchen.

Relativ häufig berichteten Kasseler über Enten und Singvögel, die regelmäßig auf deren Balkonen brüteten. Wenn die Brutsaison im April richtig losgehe, wollen sich Giesler und Müsch dort auf die Lauer legen. Ein Kasseler übergab den Fotografen ein von ihm gedrehtes Video, das Stockenten auf seinem Balkon vom Brüten bis zum Weg des Nachwuchses ins Wasser dokumentiert.

Einigen Tipps mussten die Hobby-Fotografen sofort nachgehen. Etwa als sie einen Anruf bekamen, dass zwei Singschwäne im Buga-See einen Zwischenstopp auf ihrer Reise nach Skandinavien eingelegt hatten. Da hieß es, morgens um fünf Uhr aus dem Bett zu kommen. Auf dem Buga-Gelände stieß Gieseler nach einem Tipp auch auf eine Gruppe von fünf Waldohreulen.

Die Fotografen sind weiter auf der Suche nach Plätzen in Kassel, an denen sich regelmäßig Wildtiere (Eichhörnchen, Hasen, Rehe, Turmfalken) blicken lassen. Ihre Bilder wollen sie bei einer Fotoshow im nächsten Jahr vorführen.

• Tiersichtungen melden: wildtiereks@web.de oder Tel. 0151/ 23 41 97 45

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