Stipendienmesse informiert über Förderung für Studenten

Gefördert: Sebastian Geiger ist Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. So kann er seinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften finanzieren. Foto: Graf

Kassel. Auf den ersten Blick ist Sebastian Geiger ein normaler Student. Der 21-Jährige aus Coburg macht an der Universität Kassel seinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften und hat das gleiche Problem wie viele seiner Kommilitonen: Er muss sein Studium irgendwie finanzieren.

Nur bei der Lösung unterscheidet er sich von der Masse, denn Sebastian Geiger gehört zu dem einen Prozent der deutschen Studenten, das ein Stipendium der zwölf großen Begabtenförderwerke hat.

Geiger wird seit drei Semestern von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) gefördert. Jeden Monat erhält er 150 Euro als Büchergeld sowie einen individuellen Betrag, der sich am Bafög orientiert. Dazu kommen 570 Euro, die er als Finanz-Referent beim Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (Asta) verdient. „Ohne das Stipendium könnte ich mein Studium nicht finanzieren“, sagt Geiger.

Damit geht es ihm wie vielen Studenten. „Die meisten müssen sich verschiedener Töpfe bedienen, um über die Runden zu kommen“, sagt Anja Sajonz vom Studentenwerk Kassel. Sie berät Studenten bei der Studienfinanzierung. Neben Bafög, dem Kindergeld, Einkünften aus Jobs und der Unterstützung der Eltern könnten auch Stipendien zur Finanzierung beitragen. Doch noch immer würden sich nur wenige Studenten überhaupt bei einer der über 2000 Stiftungen bewerben, die in Deutschland Studenten unterstützen.

Das soll die dritte Stipendienmesse ändern, die das Studentenwerk und der Asta am morgigen Dienstag an der Uni Kassel ausrichten. Studenten, aber auch Eltern und Schüler können sich über die vielfältigen Möglichkeiten der Förderung informieren. Zehn der zwölf Begabtenförderwerke sind dabei. Stipendiaten erzählen darüber, wie sie ihre Stiftung gefunden haben und wie die Bewerbung ablief.

Bei Sebastian Geiger bedeutete das wie für die meisten viel Aufwand. Er musste eine lange Bewerbung schreiben, Gutachten vorlegen und einen Vertrauensdozenten als Gutachter überzeugen. Seine Abiturnote von 1,4 hat sicher eine Rolle gespielt, wichtiger war aber sein politisches Engagement in der SPD, wobei die Stipendien der FES wie bei allen parteinahen Stiftungen nicht auf Angehörige einer Partei beschränkt sind.

„Das soziale Engagement wiegt bei vielen Stiftungen höher als die Note“, sagt Studienberaterin Sajonz. Bei einigen würde es gar nicht um die Begabung gehen. Sajonz führt eine Datenbank mit vielen Stipendiatenprogrammen und ist überzeugt, dass sich viel mehr Studenten bewerben könnten. Bei der morgigen Messe erfahren sie wo und wie.

Dritte Stipendienmesse der Uni Kassel: Dienstag, 6. Dezember, 12 bis 16 Uhr, Gießhaus, Mönchebergstraße 6.

Von Marcus Janz

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