211 Kaninchenzüchter stellten bei Landesverbandsschau in Kasseler Messehallen aus

Einsatz für den Nachwuchs

Für einen guten Zweck: Reinhold Oppermann präsentierte die Kaninchen bei der Versteigerung zugunsten des Vereins für krebskranke Kinder. Fotos: Koch

kassel. „Ich habe Kaninchen schon immer geliebt“, sagt Sandra Piontek. Die 15-Jährige vom Kanintop-Team Guxhagen gehörte bei der Schau des Landesverbands Kurhessen am Wochenende zu den jungen Züchtern in den Kasseler Messehallen. 211 Aussteller aus Nord- und Mittelhessen präsentierten dort 1150 Kaninchen, darunter 200 Tiere, die von Kindern und Jugendlichen gezüchtet worden waren. Mit dabei waren auch Kreativ- und Handarbeitsgruppen, die ihre Erzeugnisse ausstellten. Etwa 1000 Besucher kamen, darunter viel Fachpublikum.

Kanintop - das ist ein Angebot, um Kinder und Jugendliche für die Vereinsarbeit zu gewinnen. „Sie müssen keine Zucht haben“, sagt Wolfgang Elias, Pressesprecher des Landesverbands. „Das erlauben teilweise die Eltern nicht.“ Für die Kinder seien die Kaninchen vor allem Schmusetiere. Der Sprung von der Jugendgruppe bis zum echten Züchter sei leicht. „Die Kinder sind tierbegeistert“, sagt Elias. „Die Eltern bremsen.“ Vor allem wegen Platzproblemen und der Frage, wer die Tiere im Urlaub versorgt. Der Verband versucht gegenzusteuern. Seit 2009 finden die früher nur alle zwei Jahre organisierten Landesjugendtreffen jährlich statt. „Spiel, Sport, Spannung stehen im Vordergrund“, berichtet Elias. Lagerfeuer und Nachtwanderungen seien inzwischen fester Bestandteil. Dennoch haben die Kaninchenzüchter Nachwuchssorgen. „Der demografische Wandel macht sich bemerkbar“, sagt Elias.

Maximilian Ebner (13) aus Niestetal züchtet seit seinem sechsten Lebensjahr. Er liebt Kaninchen, „weil die so freundlich sind und nicht kratzen“. Er war schon Bundessieger, deutscher Vize-Meister und mehrmals Landesmeister. In seinem Verein K 67 Niestetal gebe es vier junge Leute, erzählt er.

Sarah Schneider (10) aus Lohfelden, die mit ihren Eltern die Schau besuchte, hat zwei Zwergkaninchen. Wenn es nach ihr ginge, könnten sich noch mehr zu Flicka und Pünktchen gesellen. Mutter Sabine Schneider, die früher auch Kaninchen hielt, ist dagegen. „Das war reines Hobby“, sagt sie. „Das soll’s auch bleiben.“ Torsten Schneider sagt warum: „Zwei machen schon genug Arbeit.“

20 Züchter hatten Rassekaninchen für eine Versteigerung zugunsten des Vereins für krebskranke Kinder zur Verfügung gestellt. Mindestgebot: 30 Euro. 875 Euro kamen zusammen. Jörg Langheld nahm die Spende für den Verein entgegen. Das Geld soll für das Elternhaus verwendet werden, das der Verein gegenüber dem Kasseler Klinikum eingerichtet hat. (els)

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