Über 100 Paten bestücken Hundetüten-Automaten im Stadtgebiet

Den Automaten immer im Blick: Günter Sandmann kommt mit seinem Hund Pollux regelmäßig an dem Sac-o-maten in der Samuel-Beckett-Anlage vorbei. Foto: Schachtschneider

Kassel. Wohin mit den Hinterlassenschaften des vierbeinigen Lieblings? Als Jule Freitag und Günter Sandmann mit ihrem Hund Pollux in die Samuel-Beckett-Anlage im Vorderen Westen zogen, standen sie vor einem Problem: In der Umgebung gab es keinen Sac-o-maten - kleine Behälter mit Tüten für Hundekot.

Die Hundebesitzer wollten dies ändern. Inzwischen gehören die beiden zu den über 100 ehrenamtlichen Paten, die sich im Stadtgebiet um die Tütenspender kümmern. Sie sorgen dafür, dass die Tretminen entsorgt werden können.

„Es hat mich geärgert, dass hier keine Tütenautomaten hängen“, sagt der 57-Jährige über das neue Wohngebiet zwischen Breitscheid-, Bodelschwingh- und Friedrich-Ebert-Straße. Ein Anruf bei den Stadtreinigern habe aber genügt, kurz darauf sei ein Behälter an der Gabelsbergerstraße/Ecke Parkstraße angebracht worden. „Und dann kam postwendend eine Kiste mit Tüten.“

Günter Sandmann und Jule Freitag hatten sich nämlich bereit erklärt, die Patenschaft für den Sac-o-maten zu übernehmen und ihn regelmäßig mit Tüten aufzufüllen. Das sei kein Problem, sagt der selbstständige Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer des Büros „Schöne Aussichten“, schließlich komme er mit seinem Hund regelmäßig an der Ecke vorbei. Wenn der Automat bestückt sei, könne man sich eine Tüte in die Tasche stecken und sei gut ausgerüstet. „Die Stelle ist gut gewählt“, sagt Sandmann.

Ein Anruf genüge, und die Stadtreiniger lieferten Nachschub nach Hause. „Das klappt super.“ Alle zwei Wochen sei der Tütenspender leer. „Das geht relativ schnell.“ Eine Urlaubsvertretung haben die Hundehalter ebenfalls organisiert: Ein junger Mann aus dem Haus springt ein, wenn Günter Sandmann und Jule Freitag auf Reisen sind. Worüber sich der Pate auch freut. Die Stadtreiniger erkennen den Einsatz an. „Am Jahresende kommt ein kleines Präsent“, sagt Sandmann. Ein Dankeschön in Form von Kugelschreibern oder einer Einkaufstasche.

Schlechte Erfahrungen haben er und andere Hundefreunde indes in den städtischen Grünanlagen gemacht. Die dort aufgestellten, vom Umwelt- und Gartenamt betreuten Sac-o-maten seien häufig leer wie zum Beispiel am Schlösschen Schönfeld. Dies ließe sich vermeiden, wenn das Gartenamt ebenfalls Paten akzeptieren würde.

Nach Auskunft der Stadt tut es das auch. Zurzeit seien zwölf Paten im Einsatz, sagte Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. „Wenn sich jemand meldet, kommt er in die Liste.“ Die Grünanlagen würden von Mitarbeiten des Gartenamtes mindestens einmal in der Woche angefahren. Dabei würden auch die Tütenautomaten kontrolliert und bei Bedarf neu bestückt.

Von Ellen Schwaab

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