21 Jahre Berufserfahrung

Sie fahndet nach Nachwuchs - Diese Eigenschaften müssen Polizeischüler mitbringen

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Sie berät junge Menschen, die sich für den Beruf als Polizist interessieren: Kriminaloberkommissarin Yvonne Winter.

Kassel. Wenn Jugendliche Interesse am Polizistenberuf haben, können sie bei Yvonne Winter anrufen. Die neue Einstellungsberaterin hilft weiter - und blickt auf viel Erfahrung zurück.

Sie war Streifenpolizistin im 13. Revier in Frankfurt, bei der Frankfurter Kripo für Jugendkriminalität und Straßenraub zuständig, in Osthessen im Betrugsdezernat eingesetzt, arbeitete in Kassel beim Erkennungsdienst und im Kriminaldauerdienst und ermittelte schließlich in Homberg im Kommissariat für Kapital- und Betrugsdelikte. Die 42-jährige Kriminaloberkommissarin Yvonne Winter hat in den vergangenen 21 Jahren die Arbeit der Polizei von vielen verschiedenen Seiten kennengelernt.

Dieses vielschichtige Wissen um die Ermittlungsarbeit hat auch dazu geführt, dass Winter seit Anfang August eine neue Aufgabe im Polizeipräsidium Nordhessen übernommen hat: Sie ist jetzt Einstellungsberaterin, die erste Frau auf diesem Posten im Polizeipräsidium Nordhessen.

„Ich habe gedacht, ich will mal etwas ganz anderes machen“, sagt Winter. Sie habe sich schon immer für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit interessiert. Zu dieser Abteilung gehört auch die Einstellungsberatung. Zudem habe sie gern mit jungen Menschen zu tun. Das liege wohl auch an ihrem Hobby: Als Fitnesstrainerin begegne sie vielen Jugendlichen.

Jugendliche, in der Regel Gymnasiasten, die sich für den Polizeiberuf entscheiden, können bei Winter anrufen. Die Einstellungsberaterin sucht aber auch auf Anfrage Schulen und andere Einrichtungen auf, um über die Karriere bei der Polizei zu informieren. Am kommenden Wochenende ist sie bei der Ausbildungsmesse in den Kasseler Messehallen vertreten.

Vorbereitung auf den Test ist wichtig 

Was für Eigenschaften sollten Polizeischüler mitbringen? „Ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, Ausdruckskraft, sie müssen gern mit Menschen umgehen und auch soziales Engagement zeigen“, zählt Winter auf, die verheiratet ist, zwei Kinder hat und mit ihrer Familie in Borken (Schwalm-Eder-Kreis) lebt. Fremd- und Selbsteinschätzung der Bewerber sollten nicht weit auseinanderliegen. Daneben müssen die Bewerber gesund und körperlich fit sein. Und sie müssten sich intensiv auf den zweitägigen Aufnahmetest in Wiesbaden vorbereiten. „Der Test ist nicht zu unterschätzen“, sagt Winter. Nicht wenige fielen durch.

Kürzlich habe ein Bewerber bei ihr angerufen, der wissen wollte, wie er sich auf den Test, der drei Tage später stattfinden sollte, vorbereiten könne. „Wenn Sie nicht wirklich ein geistiger Überflieger sind, dann wird das nichts werden, habe ich zu ihm gesagt“, erzählt Winter.

Die Anzahl der Frauen, die bei der Polizei eine Ausbildung machen, habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Verhältnis Männer und Frauen bei der Polizei sei mittlerweile 70:30 Prozent.

„Viele Leute fragen mich auch, ob man direkt zur Kripo gehen kann“, sagt Winter. Ab diesem Jahr werde auch in Kassel ein eigener Kripostudiengang angeboten. Wer dort einen Platz bekommen möchte, müsse beim Auswahlverfahren eine sehr hohe Punktzahl erreichen. In diesem Studiengang seien besonders analytische Fähigkeiten gefragt. Die Studierenden würden mehr in Kriminologie und dafür weniger in Verkehrsrecht unterrichtet.

Einstellungsberatung der Polizei in Stadt und Landkreis Kassel: 0561/9101045

Alle Infos zu Einstellungsberatern in Nordhessen auf der Karriere-Seite der Polizei. 

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