Sportwissenschaftler der Universität analysieren und verbessern

Eintauch-Phase deutscher EM-Athleten: Kasseler machen Schwimmer schneller

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Startsprung: Der richtige Winkel beim Eintauchen ins Wasser kann Schwimmer um entscheidende Zehntelsekunden schneller machen. Das Bild zeigt den Deutschen Christoph Fildebrandt bei der Schwimm-WM 2013 in Spanien.

Kassel. In Berlin kämpft derzeit die Schwimm-Elite bei der Europameisterschaft um Gold. Untersuchungen von Sportwissenschaftlern der Universität Kassel zum Schwimmstart könnten dazu beigetragen, die deutschen Schwimmer um entscheidende Zehntelsekunden schneller zu machen.

Die meisten bisherigen Untersuchungen zur Startphase konzentrieren sich laut Sebastian Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Bewegungswissenschaft der Universität Kassel, auf den Absprung der Sportler. Entscheidend für den Start ist aber das Eintauchen. „Mit einem optimalen Bewegungsablauf beim Eintauchen kann ein Schwimmer mehrere Zehntelsekunden schneller werden“, sagt Fischer.

Ein Ergebnis seiner Untersuchungen: Ein steiles Eintauchen ist in der Regel besser als ein flaches Eintauchen, weil der Körper beim Wassereintritt die geringste Angriffsfläche und den geringsten Widerstand bietet. Fischer: „Wichtig ist zudem, dass der Schwimmer in der Lage ist, die Eintauchbewegung schnell in die Schwimmrichtung umzulenken und aufzutauchen.“ Dafür müsse man in der Hüfte sehr beweglich sein. Je nach Körperbau und Körpergröße kann dem Wissenschaftler zufolge die Eintauchstrategie variieren. Insofern benötige jeder Sportler eine individuelle Analyse und entsprechende Trainingsempfehlungen.

Sebastian Fischer

Dafür hat Fischer eigens ein Analysesystem mit einer Unterwasserkamera entwickelt. Das System zeichnet die Bewegung des eintauchenden Sportlers unter Wasser auf und wertet sie aus. Ein mathematisches Modell analysiert die Bewegungsprofile der einzelnen Körperteile. „Bislang waren solche Auswertungen der Eintauchphase wegen der heftigen Entwicklung von Luftbläschen nicht möglich“, erklärt Fischer. Die Technik hat der Kasseler Wissenschaftler in einem Projekt mit dem Deutschen Schwimmverband eingesetzt. Dabei unterstützten Fischer und sein Team etwa 50 Spitzenschwimmer beim Training. Mit dabei waren die Verbandstrainer. Sie wurden geschult und konnten das Wissen an weitere Kaderathleten weitergeben.

Von Mirko Konrad

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