Vor allem Kinder hatten Spaß

Eintauchen ins alte Rom beim Museumsfest im Schloss Wilhelmshöhe

Sie haben viel Spaß: Sabine Buchholz (von links), Leiterin der Museumspädagogik, Noah (6) und seine Schwester Katharina (8) aus Kassel sowie Franziska Werner, Volontärin der Museumspädagogik, entdecken mit Buntstiften, Schere und Klebstoff die Welt der Römer.

Kassel. Da staunten die Zuschauer des Museumsfestes auf Schloss Wilhelmshöhe: Rund sieben Meter handgewebter Wollstoff wurden um Dr. Sebastian Dohe drappiert, um aus dem Volontär der Gemäldegalerie Alte Meister einen Senator des Alten Roms zu machen.

„Dreimal so lang, wie ein Mensch groß ist, musste der Stoff für eine Toga sein“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger Splitter, Leiter der Antikensammlung. Überliefert ist das aus alten Schriften.

Splitter legte beim Ankleiden kräftig mit Hand an, unterstützt von Dr. Philipp Baas, Volontär der Antikensammlung. Denn niemand besitzt allein das Geschick, die Bahnen perfekt zu falten und zu legen. Und auch die handgemachten Patrizierstiefel zu schnüren, die sogenannten Calcei, braucht Fingerfertigkeit. „Wir machen das nicht jeden Tag. Verzeihen Sie uns, wenn wir zwei Anläufe brauchen“, scherzte Baas. Und so war es dann auch.

Die Gäste auf Schloss Wilhelmshöhe erfuhren jedoch nicht nur, wie man eine Toga anzieht. Das Museumsfest im Rahmen der Ausstellung „Forum Romanum - Zeitreise durch 3000 Jahre Geschichte“ hielt auch ein informatives Programm mit Führungen und Vorträgen bereit, die einen Einblick in den Alltag und die Geschichte der Römer gaben. Anlass für das Fest war der Geburtstag Roms, den die Römer traditionell am 21. April feiern.

Besonders Kinder waren eingeladen, in die Geschichte der Antike einzutauchen. So konnten sie zum Beispiel selbst in eine Toga schlüpfen und den Römer in sich wecken. Es gab spezielle Führungen und ein Archäologenquiz. Es wurden Lorbeerkränze und Rundmühlenspiele gebastelt. Sabine Buchholz, Leiterin der Museumspädagogik, hat sich vieles ausgedacht, um es den jungen Besuchern leicht zu machen, den Alltag der Römer kennenzulernen.

Für Katharina (8) und ihren Bruder Noah (6) aus Kassel ist das ein großer Spaß. Katharina zeigt stolz ein Bild von Kaiser Augustus, das sie wie ein Puzzle zusammengesetzt hat. Noah malt mit Buntstiften flink ein Mosaik aus. „Mir hat am besten das große Holzmodell vom Forum Romanum gefallen“, erzählt Katharina. Ihr Bruder ist fasziniert von der interaktiven Landkarte, mit der man ins Forum Romanum von heute schauen kann: „Das war spannend.“

Von Helga Kristina Kothe

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.