Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ehrte im Kasseler Rathaus 160 treue Jubilare

Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ehrte 160 treue Jubilare

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Auszeichnung für Treue zur Gewerkschaft: Klaus-Dieter Hommel (vorn, Zweiter von links) und Wolfgang Scherff von der EVG (Vierter von links) gratulierten Heinrich Opfermann (von links), Heinrich Käse, Horst Effmer (sitzend, 60 Jahre Zugehörigkeit), Günter Engel und Oskar Gemmecker, die 70 Jahre in der Gewerkschaft sind. Die Veteranen dahinter haben 60 Jahre das EVG-Gewerkschaftsbuch.

Kassel. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ehrte im Kasseler Rathaus 160 treue Jubilare.

Der Konkurrenzkampf zwischen den Eisenbahn-Gewerkschaften EVG und GdL im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn beherrschte dieses Jahr tagelang die Schlagzeilen. Auch altgediente Eisenbahner wie Heinrich Opfermann (86) und Heinrich Käse (92) lässt das nicht kalt. Er verfolge die Auseinandersetzung in der Zeitung, sagte Opfermann. Käse findet den Zwist zwischen der großen EVG und der kleineren Lokführergewerkschaft GdL nicht gut. Die sollten lieber vereint um bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, sagt der Rentner aus Kirchbauna, der selbst Lokführer bei der Bahn war und zuletzt schnelle Intercitys gefahren hat.

Käse und Opfermann gehörten mit 70 Jahren Gewerkschaftszugehörigkeit zu den Ältesten, die für ihre Treue gestern von der EVG im Bürgersaal des Rathauses ausgezeichnet wurden. Hauptredner Klaus-Dieter Hommel, Vizechef der Gewerkschaft, erwähnte die kleine Konkurrenz von der GdL gar nicht namentlich. Es war aber klar, was gemeint war, als Hommel ankündigte, seine Gewerkschaft werde in Zukunft „lauter“ auftreten und die Erfolge im Tarifkampf offensiver herausstreichen. Die EVG sei mit 210.000 Mitgliedern die größte Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Europas und als einzige in der Lage, die Arbeitsbedingungen für das gesamte Personal der Bahn zu verbessern. Wolfgang Scherff, Bevollmächtigter des Kasseler Ortsverbands, ergänzte, die EVG kümmere sich auch um die Schwächsten. Eine „Spaltung der Belegschaft“ nütze am Ende keinem.

Hommel berichtete, die EVG habe 2014 7000 Mitglieder gewonnen. Man stehe allerdings vor vielen Herausforderungen, etwa beim demografischen Wandel und der Digitalisierung des Verkehrs, die den Wegfall von Jobs bedeuten könne. Mit dieser hatte Jubilar Heinrich Opfermann, der in Besse lebt, nichts mehr zu tun. Er habe 1945 im Ausbesserungswerk Rothenditmold erst mal bei den Aufräumarbeiten geholfen. „Da war alles kaputt, das sind viele Bomben reingerammelt“, erzählte er. Zuletzt fuhr der gelernte Schlosser E-Loks. Für 70-jährige Treue wurden außerdem Heinrich Bohlender, Ernst Backert, Georg Dörrbecker, Günter Engel, Oskar Gemmecker, Willi Guthof, Adam Koch, Emil Pressler, Fritz Schwarzer und Willi Siegner geehrt. Weitere 63 Eisenbahner gehören seit 60 Jahren der EVG an.

Insgesamt wurden 160 altgediente Jubilare ausgezeichnet, 51 davon für 50-jährige und 67 für 40-jährige Gewerkschaftszugehörigkeit.

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