Zukunft ist nun ungewiss

Huskies: Kimm kündigt Vertrag für die Eishalle

Eishalle Kassel: Seit Montag ist nun klar, dass die Huskies die Einrichtung nur noch bis zum 30.4.2013 nutzen dürfen. Besitzer Kimm hat die Verträge überraschend gekündigt.

Kassel. Nicht sprachlos, jedoch sichtlich betroffen war Stefan Traut, Geschäftsführer der Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft (KEBG), am Nachmittag bei einem unerwarteten Redaktionsbesuch. Er verkündete, dass Edith Kimm der KEBG den Mietvertrag zum 30.4.2013 gekündigt hat.

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Eine Begründung für die Kündigung konnte Stefan Traut der Redaktion nicht geben. Per Bote sei am Mittag um 13 Uhr das Schreiben eingetroffen und habe ihn völlig überrascht.

Pünktlich habe die KEBG alle anfallenden Kosten wie Miete und Nebenkosten bezahlt. Es gebe keinen Anlass für eine die Kündigung des Nutzungsüberlassungsvertrags, nichts habe darauf hingedeutet. Doch jetzt steht die Zukunft des Kasseler Eishockeys schon wieder in den Sternen.

Im September 2010 startete Traut als Untermieter der Eissporthalle, seit Mai 2011 besteht ein direkter Vertrag mit der Familie Kimm. Damals wurde eine beiderseitige Kündigungsfrist von einem halben Jahr zum jeweiligen Ende der Vertragslaufzeit vereinbart. Bis Mittwoch also hatte die Familie Kimm Zeit, von dieser Option Gebrauch zu machen. Geschehen ist das heute.

Stefan Traut (rechts) zeigt HNA-Lokalchef Uli Hagemeier die Kündigung. In zwei Sätzen beendet die Familie Kimm die bisherige Zusammenarbeit.

Die Saison 2012/2013 ist für die Profimannschaft der Kassel Huskies zwar gesichert - die Spielzeit dauert bis zum 15. April. Doch wie es danach weitergeht, kann Traut jetzt noch nicht sagen. "Der Zuschauerschnitt ist hervorragend, die Leistung stimmt, die Sponsoren würden gern längerfristige Verträge abschließen - doch wir können das nicht", sagt er. "Und um für die nächste Spielzeit planen zu können, müssten wir eigentlich im Januar Gewissheit haben, dass es weitergeht."

Traut sieht keine Möglichkeit, selbst zu reagieren, nun sei auch die Politik, die Stadt am Zug. Denn auch die Eissporthalle als Spielstätte für den Hessentag sei betroffen. Ganz zu schweigen von der Eishockeyjugend.

Hintergrund der Kündigung könnten die geplatzten Vertragsverhandlungen zwischen Kimm und Dennis Rossing sein, dem Eigner der KEBG und der Huskies. Rossing hatte die Eishalle von Kimm für fünf Millionen Euro kaufen wollen, um sie in eine Multifunktionshalle umzubauen. Die Verhandlungen waren aber vor einigen Wochen geplatzt, da man sich nicht über die Zahlungsmodalitäten einig wurde.

Nach Informationen der HNA hatten Rossing und Kimm zuletzt wieder verhandelt.

Hans-Uwe Schultze, Architekt und Berater Rossings, sagte am Montag: „Was Kimm macht, ist Zocken, ohne auf die Folgen zu achten. Sein Handeln schadet dem sportlichen Lauf der Huskies und der Akquise von Sponsoren.“

Rossing und Traut werden jetzt beraten, wie sie weiter agieren.

Simon Kimms Wirken in Kassel und bei den Huskies

Simon Kimms Wirken in Kassel und bei den Huskies

"Kam wie aus heiterem Himmel": Stefan Traut, Geschäftsführer der Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft (KEBG)

"Nur mit öffentlichem Eislauf kann man die Halle nicht betreiben", sagt Traut, der technische Aufwand und die Energiekosten seien viel zu hoch. Umso unverständlicher ist für ihn die Kündigung Kimms: "Eishockey ist hier für viele ein Lebensinhalt. Für einige sogar Familie!" Und für viele auch ein Beruf: "Rund 120 Mitarbeiter sind betroffen."

Simon Kimm befindet sich im Urlaub und steht für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

 Von Jens Nähler, Frank Ziemke und Uli Hagemeier

Weitere Infos am Dienstag in der gedruckten Ausgabe der HNA

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