Eiszeit: Neue Attraktion im Naturkundemuseum Kassel

+
Faszination Mammut: Die Präparatoren Andreas Schaper und Babett Kleinschmidt legen letzte Hand bei der Inszenierung der Eiszeit im Naturkundemuseum an.

Kassel. Außer Rand und Band laufen die Kinder durch die naturgetreu nachgebildete Höhle aus Kunststoff. Von dort aus gelangen sie in einen hellen Raum mit einem alles überragenden, lebensgroßen Mammut.

„Ui, der ist gigantisch“, sagt ein Kind. Im Naturkundemuseum ist die begehbare Inszenierung, die den Lebensraum vor 12.000 Jahren zeigt, ein Renner. Sie ist unbestritten die neue Attraktion.

Zweieinhalb Jahre hat das Bauprojekt bis zur Fertigstellung gedauert. Es ist die größte und umfassendste Szenendarstellung seit Wiedereröffnung des städtischen Museums 1997 und hat 150.000 Euro gekostet.

Wir befinden uns in der Eiszeit, die nicht durchgängig kalt war. In den paar Sommermonaten sprießen die Pflanzen in dieser kargen Tundralandschaft, die das Museum detailgetreu abbildet. „Sonst hätte ein so großes Tier wie das Mammut gar nicht überleben können, denn es war ein Pflanzenfresser“, sagt Dr. Kai Füldner.

Der Museumsleiter sprüht vor Begeisterung, wenn er von der Eiszeit erzählt. Dass es damals Wölfe, Moschusochsen, Pferde und Höhlenbären gab, kann sich jeder vorstellen. Die naturgetreuen Präparate laden dazu ein, sie zu berühren. Aber Löwen und Flusspferde? Funde beweisen, dass auch diese Exoten in unserer Region während der Eiszeit gelebt haben. Ihre Knochen werden in kleinen, im Boden eingelassenen Vitrinen gezeigt. Auch der Unterkiefer eines Baby-Mammuts ist dabei, der am Philosophenweg gefunden wurde. In einer Experimentalecke laden Nachbauten steinzeitlicher Gerätschaften die Besucher zum Ausprobieren ein.

Die neue Eiszeit-Ausstellung im Naturkundemuseum Kassel

Ein Höhepunkt ist die steinzeitliche Familie am Lager mit knisterndem Feuer. „Es gab kein Holz, deswegen wurden damals Tierknochen verbrannt“, erläutert Füldner. Mutter, Vater und Kind sind so naturgetreu präpariert, als würden sie nur kurz verharren. Mit Fellen ausgestattet, erwartet ein Felsenbalkon in einer eigens geschaffenen Etage die Besucher. Über eine versteckte Tür gelangt man in ein anheimelndes Steinzeitlager mit tollem Ausblick auf die Eiszeit-Szenerie unten. Hier schlägt künftig die Stunde der Museumspädagogen: Rekonstruierte Werkzeuge und Waffen sowie Kleidungen für Kinder können angefasst und ausprobiert werden.

Von Beate Eder

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.