Gruppe von jüngeren Leuten diskutiert

Eklat um geplanten Moscheebau in Kassel

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Der Ortsbeirat Nord-Holland diskutierte über den geplanten Moschee-Neubau.

Der geplante Moschee-Neubau in Kassel polarisiert: Während einer Diskussionsrunde kam es zu einem Eklat. 

Kassel – Der Ortsbeirat Nord-Holland hatte für seine jüngste Sitzung die Vorstellung des geplanten Moschee-Neubaus am Westring nahe der Einmündung auf die Holländische Straße auf die Tagesordnung gesetzt. 

Doch der Tagesordnungspunkt lief Ortsvorsteher Hannes Volz aus dem Ruder: Eine Gruppe von jüngeren Leuten, die sich nicht vorstellten, erhob massive Vorwürfe gegen den Moschee-Verein, der dem sunnitisch-islamischen Ditib-Verband angehört: Zusammenarbeit mit dem türkischen Staat, Nähe zur AKP von Staatspräsident Erdogan, die Unterstützung der Unterdrückung von Kurden in der Türkei und gar „Spionage“ für den türkischen Geheimdienst. Es kam nach längeren Wortgefechten schließlich zum Eklat.

Nord-Holland: Diskussion über geplanten Moschee-Neubau 

Der Moschee-Verein hat nach den Worten seines Vorsitzenden Seyfettin Eryörük neben der bestehenden kleinen Moschee am Westring ein Grundstück hinzugekauft. Auf insgesamt 2700 Quadratmetern will der Verein einen nach Geschlechtern getrennten Gebetsraum für 500 Personen und zwei Minarette errichten. Dazu solle ein Teehaus entstehen, das als Treffpunkt für alle Kulturen und Religionen dienen solle. Die jungen Sitzungsbesucher schalteten sich – vom Ortsvorsteher nicht gehindert – schnell und vehement in die Diskussion ein. „Ich finde Zwischenrufe in Ordnung, aber sie müssen im Rahmen bleiben“, sagte Volz. Die Debatte sei wichtig, das müsse man aushalten.

Spionage für den türkischen Geheimdienst 

Es gebe Berichte, dass Personen innerhalb des Ditib-Verbands für den türkischen Geheimdienst spioniert hätten. Auch sein Stellvertreter Ali Timtik, selbst Kurde, äußerte sich kritisch über den Ditib-Verein. Er habe sich während einer Demonstration gegen den türkischen Angriff auf die Stadt Afrin bedrängt gefühlt. 

Ortsbeiratsmitglied Osman Beganovic forderte Volz vergeblich auf, den Wortgefechten ein Ende zu bereiten. Eryörük, der den verbal aggressiv auftretenden jungen Männern, die sich später auf Nachfrage der HNA als kurdische Studenten und ihre Sympathisanten bezeichneten, zunächst ein Gesprächsangebot unterbreitet hatte, verließ schließlich abrupt die Sitzung. Zuvor waren die Wortgefechte in gegenseitige Faschismus-Vorwürfe ausgeartet. 

Beten für Krieg und Faschismus 

Die jungen Leute warfen dem Moschee-Verein vor, seine Mitglieder hätten den faschistischen „Wolfsgruß“ gezeigt. In der Moschee werde für Krieg und Faschismus gebetet und „die Jugend vergiftet“. Eryörük wies alle Vorwürfe zurück. Er achte darauf, dass in der Moschee die Politik draußen bleibe. Die Leute, die faschistische Symbole angeblich gezeigt hätten, seien keine Mitglieder der Moschee.

Die Moschee werde häufig von Unbekannten mit faschistischen Symbolen beschmiert und mit Steinwürfen beschädigt, sagte Eryörük zur HNA. 

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