Das Jobcenter Kassel organisierte eine Messe für Arbeitslose und Zeitarbeitsfirmen

Elektriker dringend gesucht

Auf der Suche: Der Industrieelektroniker Mark Müllers aus Fritzlar studierte bei der Messe im Kasseler Rathaus die Angebote von Zeitarbeitsfirmen. Foto: Janz

Kassel. Es gibt Hoffnung für nordhessische Arbeitslose aus der Elektrobranche. Der Kasseler Lokbauer Bombardier und weitere Unternehmen suchen händeringend Elektriker und andere Fach- sowie Hilfsarbeiter. Gestern hat das Jobcenter Arbeitslose und Zeitarbeitsfirmen im Kasseler Rathaus zusammengebracht.

Die Arbeitsagentur Kassel sowie die Jobcenter in Nordhessen, Südniedersachsen und Ostwestfalen hatten etwa 300 Arbeitslose zu dieser ungewöhnlichen Messe eingeladen. Ungewöhnlich war auch diese Zusammenarbeit über die Grenzen der Behörden hinweg. Für die Messe konzentrierten sich die neuen Partner auf Fach- und Hilfsarbeiter aus der Elektrobranche. Die braucht Bombardier am dringendsten.

„Die Krux ist: Wir suchen Menschen für vorhandene Arbeit“, sagt Burkhardt Walter, der beim Jobcenter den Arbeitgeberservice leitet. Er setzt darauf, dass die Arbeitssuchenden durch die direkte Vermittlung an Zeitarbeitsfirmen besonders motiviert sind: „Hier gibt es eine Chance auf gute Entlohnung und eine Übernahme.“

Dirk Nagelschmitt war schon einmal bei einer ähnlichen Messe des Jobcenters, die sich aber an ein breiteres Spektrum richtete. „Das war ein zu großes Durcheinander“, sagt der 47-Jährige, „heute hat man mehr Zeit, um sich zu präsentieren.“ Der IT-Systemelektroniker ist mit Unterbrechungen seit sechs Jahren arbeitslos. Das Angebot bei Bombardier sei zwar nichts für ihn, aber womöglich hat er bei einer anderen Firma Glück.

Persönlicher Eindruck zählt

„Das ist eine gute Möglichkeit, um in einem kurzen Zeitraum mit vielen Arbeitssuchenden ins Gespräch zu kommen“, sagte Tim Kneusels von der Zeitarbeitsfirma Adecco. Dank der überschaubaren Teilnehmerzahl habe er ausreichend Zeit, einen persönlichen Eindruck zu bekommen.

Bombardier sucht laut Firmensprecher Heiner Spannuth für Auftragsspitzen im zweiten und dritten Quartal zwischen 100 und 200 Elektriker, aber auch Schlosser, Lackierer und Rohrschlosser. Der Lokbauer bezieht seine Zeitarbeiter über die Agentur Manpower. Mitarbeiterin Heike Schröder spricht lieber von „externen Mitarbeitern“. Zeitarbeit habe so einen schlechten Ruf.

Dabei würden die Leiharbeiter über Tarif bezahlt, sagt Bombardier-Sprecher Spannuth. Der Lohn orientiere sich am Einkommen der Festangestellten. „Wir versuchen, dem nahezukommen“, sagt Schröder. Wie hoch der Stundenlohn genau sei, hänge von der Aufgabe ab. Tim Kneusels von Adecco spricht von mindestens 9,60 Euro, „eher mehr.“

Von Marcus Janz

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