Mit 90 Stundenkilometern über die Kasseler Berge: Elektro-Auto im Praxistest

Kassel. Benzin wird immer knapper. Um künftig Mobilität zu sichern, müssen Alternativen her. Denkbar ist ein Umstieg auf elektrische Autos. Unsere Volontärinnen Nina Thöne und Julia Schwekendiek haben deshalb den Versuch in der Region gewagt: Wie praktikabel ist ein E-Auto bei uns?

Zugegeben, vor unserer ersten Fahrt mit einem Elektroauto waren wir durchaus skeptisch. Wird der Akku lang genug halten? Kommen wir schnell genug voran? Wie funktioniert das Laden? Für unseren Test haben wir uns beim Carsharing-System der Städtischen Werke einen Renault Zoe ausgeliehen. Tatsächlich konnte uns das Auto am Ende überzeugen.

Ausleihe

Wer sich in Kassel Elektroautos ausleihen möchte, muss Mitglied beim Carsharing „Einfach mobil“ oder Gast im Hotel Gude in Niederzwehren sein. An der dortigen Station stehen die beiden einzigen Fahrzeuge. Im Internet auf www.einfach-mobil.de kann man sich ein Auto reservieren und mit der Kundenkarte freischalten. Eine Stunde Fahrt kostet in unserem Fall 1,95 Euro. Hinzu kommt ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von 7,90 Euro.

Handhabung 

Bevor es losgeht, müssen wir zunächst das Kabel von der Ladestation und vom Auto abziehen. Dann stecken wir die Schlüsselkarte in eine entsprechende Vorrichtung im Armaturenbrett und drücken gespannt den Startknopf. Stille. Ohne das „Ready“-Symbol auf dem Display wüssten wir nicht, dass das Auto jetzt schon an ist.

Fahrgefühl 

Haben das Elektroauto getestet: Die HNA-Volontärinnen Julia Schwekendiek (links) und Nina Thöne.

Sofern man nicht das Radio einschaltet, ist es auch beim Fahren ziemlich ruhig. Das führt dazu, dass wir mehrfach zu schnell unterwegs sind. Von unseren eigenen Autos sind wir es gewohnt, dass es lauter wird, sobald man Gas gibt. Deshalb schalten wir die Tempobegrenzung ein. Besonders auf Fußgänger und Fahrradfahrer müssen wir achten, denn sie hören das E-Auto ebenfalls kaum. Das fällt uns auf, als wir auf einen Supermarktparkplatz fahren und vor dem Wagen zwei Frauen laufen. Erst als wir dicht hinter ihnen sind, bemerken sie uns.

Geschwindigkeit 

Auf der Autobahn testen wir, wie viel Power das Elektroauto hat. Mit durchgedrücktem Gaspedal erreichen wir auf gerader Strecke schlappe 96 km/h. Glück für uns: Auf der A49 steht in der Tempo-100-Zone ein Blitzer. Weiter geht es in Richtung Kasseler Berge. Wir kämpfen uns Seite an Seite mit den Lastwagen die Steigung hinauf und überholen sogar den ein oder anderen. Bei Tempo 90 ist Schluss. Wir geben auf und wechseln auf die rechte Spur. Immerhin: Bergab schaffen wir 117 km/h.

Aufladen 

Wer das Elektroauto fährt, muss es auch wieder aufladen. Am Hotel Gude steht die Ladestation. Die Tankkarte vor die Säule halten, Stecker mit Auto und Station verbinden, fertig. Ein Smiley auf dem Display verrät: Alles richtig gemacht.

Fazit 

Für den Stadtverkehr können wir das E-Auto empfehlen. Die Handhabung ist einfach, und auf kurzen Strecken kommt man gut voran. Auch an die Stille gewöhnen wir uns schnell – sie ist sogar angenehm. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, nicht die Luft zu verpesten. Nur für längere Ausflüge ist das Auto wegen der geringen Reichweite von etwa 142 Kilometern und dem „Schneckentempo“ auf der Autobahn eher ungeeignet.

Von Julia Schwekendiek und Nina Thöne

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