Nur 96 Zulassungen in Stadt und Kreis – von über 200 000 Autos

Elektroautos sind in Kassel kein Renner

Kassel. Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen rollen. Dieses Ziel hat die Bundesregierung in ihrem Entwicklungsplan Elektromobilität gesetzt. Das tatsächliche Interesse an Elektrofahrzeugen ist in der Region allerdings noch minimal. 

In Kassel sind aktuell 35 Elektrofahrzeuge (E-Fahrzeuge) zugelassen, im Landkreis sind es 61. Im Vergleich zu 226 209 Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb ist das verschwindend gering.

Dennoch wird in der Region einiges in Sachen Elektromobilität unternommen: In Kassel gibt es elf öffentliche Ladestationen für E-Fahrzeuge, im Landkreis sind es zwei. Man müsse zunächst die Infrastruktur schaffen, dann steige auch das Interesse an Elektrofahrzeugen. So argumentieren Eon Mitte und die Städtischen Werke. Eon will in den kommenden Jahren zehn weitere Ladestationen rund um Kassel errichten. Beide Unternehmen bieten den Strom an ihren öffentlichen Ladestationen bislang kostenfrei an, weil die Einrichtung eines Abrechnungssystems angesichts der geringen Zahl der Nutzer noch zu teuer wäre.

Manuel Krieg, Projektmanager Elektromobilität beim Regionalmanagement Nordhessen, erwartet nicht, dass sich am geringen Interesse an reinen Elektrofahrzeugen mittelfristig viel ändern wird. „Im Kosten-Nutzen-Vergleich schneiden E-Fahrzeuge derzeit relativ schlecht ab“, sagt er. Die geringe Reichweite, die bei durchschnittlich 150 Kilometern liegt, und der hohe Kaufpreis, etwa doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Autos, sprechen gegen die E-Autos. Allein die derzeit verwendeten Lithium-Ionen-Batterien kosten zwischen 15 000 und 20 000 Euro.

Laut Peter Caselitz, Bereichsleiter Regelungstechnik und Energiespeicher beim Fraunhofer Iwes, wird es in den kommenden Jahren keine Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien geben. „Die Batterien sind der Hauptkostenfaktor“, sagt er. (mkx)

Von Mirko Konrad

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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