1. Startseite
  2. Kassel

Sterberate in Kassel gestiegen - woran liegt´s?

Erstellt:

Von: Ulrike Pflüger-Scherb

Kommentare

Im Werra-Meißner-Kreis sind während der Corona-Pandemie mehr Menschen verstorben als sonst.
Die Sterberate ist in der Stadt Kassel im vergangenen Jahr um elf Prozent gestiegen. © Heiko Lossie/dpa-Bildvunk

In der Stadt Kassel sind im vergangenen Jahr rund elf Prozent mehr Menschen gestorben als noch 2020. Das geht aus einer Statistik hervor, die die Stadt veröffentlicht hat.

Kassel - Demnach wurden 2021 im Standesamt der Stadt Kassel 3885 Sterbefälle (2062 Männer und 1823 Frauen) beurkundet. Davon wohnten 53 Prozent in Kassel. 2020 gab es 3491 Sterbefälle (2019: 3394 Fälle).

Der Mittelwert von 2001 bis 2019 lag bei 3119 Fällen pro Jahr. Endgültige Zahlen für den Landkreis für 2021 lagen beim Statistischen Landesamt noch nicht vor. Bis Oktober gab es 2691 Tote. 2020 hatte es auch dort einen Anstieg der Sterberate gegeben. Insgesamt waren 3202 (2019: 3064) Menschen gestorben.

Bei der Stadt Kassel werde nicht erhoben, woran die Menschen gestorben sind, so eine Sprecherin. Daher könne man auch keinen Grund für den Anstieg nennen. Fest steht, dass sich die 394 mehr Todesfälle im Vergleich zu 2020 nicht allein durch Corona erklären lassen. Nach Angaben der Stadt starben im vergangenen Jahr 119 Menschen in Kassel an Covid 19 (2020: 96 Fälle).

Elf Prozent mehr Tote in der Stadt Kassel: Seit Jahren steigende Tendenz bei den Sterbefällen

Auch Kasseler Bestatter haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die an Covid gestorben sind, sich kaum auf die Statistik auswirken. Beim Bestattungsinstitut Brehm habe man in 2021 mit 114 Sterbefällen rund 30 Prozent mehr Beisetzungen als noch 2020 gehabt, so Juniorchef Mathias Brehm. Corona habe da aber nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Vielmehr merke man, dass die Gesellschaft immer älter werde und entsprechend mehr Menschen sterben.

Das sieht der Kasseler Bestatter Dominik Kracheletz genauso. Durch die vielen Menschen, die im Zweiten Weltkrieg in jungen Jahren gefallen sind, habe es lange Zeit weniger Alte gegeben. Allerdings würden die Menschen, die erst im oder nach dem Krieg geboren sind, jetzt in ein Alter kommen, in dem man sterben könne.

Daher habe man seit fünf bis sieben Jahren wieder eine steigende Tendenz bei den Sterbefällen. Laut Statistischem Landesamt lag das durchschnittliche Sterbealter in Kassel 2006 bei 77,1 Jahren. 2020 lag es bei 78,3 Jahren, für 2021 liegen die Zahlen noch nicht vor.

Sie wollen wissen, was in der Region Kassel los ist? Dann abonnieren Sie unseren neuen kostenlosen Newsletter mit den besten Geschichten aus Stadt und Landkreis Kassel.

Elf Prozent mehr Tote in der Stadt Kassel: Die meisten Covid-Verstorbenen waren über 80 

Mit 70.051 Todesfällen hessenweit 2020 hat es laut Landesamt 5,1 Prozent mehr Tote als 2019 gegeben. Der Anstieg sei unter anderem auf Corona zurückzuführen, heißt es. Bei 4,6 Prozent aller Gestorbenen in Hessen sei Covid 2020 die ausschlaggebende Todesursache gewesen.

Das Statistische Landesamt gibt im Gegensatz zur Stadt Kasel bislang nur Zahlen für das Jahr 2020 heraus. Diese weichen auch etwas von den Zahlen der Stadt ab. Laut Landesamt starben im Jahr 2020 in der Stadt 74 Menschen an Covid. Davon waren 14 jünger als 70, 9 im Alter zwischen 70 und 79, 26 zwischen 80 und 89 sowie 25 im Alter von 90 oder darüber. Zudem starben 13 Menschen in Verbindung mit Covid, so das Statistische Landesamt. (Ulrike Pflüger-Scherb)

Auch interessant

Kommentare