Entlastung in der Krise: Psychoonkologie im Brustzentrum Elisabeth-Krankenhaus Kassel

Schockdiagnose: Jedes Jahr erkranken rund 70.000 Frauen an Brustkrebs. Foto: Nick Freund - Fotolia

Jährlich erkranken bundesweit rund 70.000 Frauen an Brustkrebs. Sie trifft die Diagnose meist völlig unerwartet, ohne jedes Krankheitsgefühl und erschüttert ihr Vertrauen ins Leben und ihre weibliche Identität. Die psychische Belastung ist dabei extrem hoch, in der Akutphase und häufig auch darüber hinaus.

Das Brustzentrum des Elisabeth-Krankenhauses Kassel gehört zu den Top 10 Brustzentren in Deutschland. Hier treffen die betroffenen Frauen auf ein psychoonkologisches Angebot, das Beratung und Begleitung für die Betroffenen und ihre Angehörigen ermöglicht.

Bewusst an vorhandene Erfahrungen anknüpfen 

Jemanden zu haben, der die eigene Angst und Betroffenheit dauerhaft mit aushält und der nicht geschont werden muss – dies ist eine zentrale und entlastende Erfahrung, die Frauen beschreiben, wenn sie die psychoonkologische Begleitung in Anspruch nehmen: Sprechen können ohne Sorge, dass die Angehörigen dadurch belastet werden. Weinen können ohne Sorge, dass die Anderen mitweinen und gar selbst getröstet werden müssen. 

„Häufig ist für viele Patientinnen noch nicht klar, was sich hinter dem Begriff Psychoonkologie verbirgt, und es bedarf einer Erklärung, wozu es gut sein könnte, diese Möglichkeit zu nutzen“, sagt Dagmar Mihr, erfahrene Psychoonkologin und systemische Therapeutin am Elisabeth-Krankenhaus. 

„Frauen haben in ihrem Leben manche Krise gemeistert. Wir versuchen darüber ins Gespräch zu kommen und schauen, was und wer dazu beigetragen haben, es damals durchzustehen. Meist gelingt es, dass die Frauen mit diesen Überlegungen ruhiger und zuversichtlicher werden, dass es ihnen auch diesmal gelingen wird“, erklärt Mihr. „Bei Bedarf bieten wir auch Strategien im Umgang mit Ängsten oder Entspannungsübungen, sowie sogenannte Traumreisen an. Strategien aus der Traumatherapie helfen zur Stabilisierung, wenn der Boden, auf dem sich die Frauen bewegen, allzu sehr ins Wackeln gerät und sie sich von Angst und Sorge überrollt fühlen. Eine klassische Psychotherapie ist das nicht, das ist nicht unser Anliegen. Wir bearbeiten auch nicht mit den Frauen Themen aus der Kindheit oder schwerwiegende Erlebnisse aus der Vergangenheit.“ 

Dagmar Mihr Foto: nh

Die beiden Psychoonkologinnen des Brustzentrums im Elisabeth-Krankenhaus Kassel bieten den betroffenen Frauen weitreichende Unterstützung an – in jeder Phase der Erkrankung. „Und auch wenn alles längst überstanden ist, können natürlich Termine vereinbart werden“, betont Dagmar Mihr abschließend. (nh)

Brustzentrum im Elisabeth-Krankenhaus
Weinbergstraße 7, 34117 Kassel

E-Mail: brustzentrum.kassel@vinzenz-verbund.de 

Sprechstunden nur nach Voranmeldung unter Tel. 05 61 / 72 01-147 von Montag bis Donnerstag zwischen 8.30 und 11 Uhr sowie 13 und 16 Uhr.

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