Endoprothetik für mehr Mobilität - Gelenkersatz steigert die Lebensqualität

Unser Bewegungsapparat wird im Laufe unseres Lebens stark belastet. Unsere Gelenke, vor allem Knie und Hüfte, sind vor Verschleiß nicht gefeit. Der Fachbegriff dafür ist Arthrose. Der Gelenkknorpel, quasi Schutzschicht, Gleitfläche und Stoßdämpfer zwischen den Knochen, nutzt sich ab.

Im Extremfall verschwindet er ganz, Knochen reibt auf Knochen und das bereitet dem Betroffenen oft große Schmerzen. Fehlhaltungen und einseitige Belastungen befeuern die Abnutzung.
In der Regel ist der Verschleiß ein schleichender Prozess über Jahre. Meine Patienten fragen mich oft, ob eine Prothese unausweichlich ist. Mir ist es wichtig, ihnen klar zu machen, dass sich die Notwendigkeit einer Operation vor allem auf die Beschwerden gründet. Fortgeschrittener Verschleiß ohne Schmerzen muss nicht zwangsläufig operiert werden.

Gelenkerhaltende Therapien

Die individuellen Wünsche des Betroffenen nach Mobilität und mehr Lebensqualität sind entscheidend. Deshalb empfehle ich, wo möglich gelenkerhaltende Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen, zum Beispiel physiotherapeutische Maßnahmen, medikamentöse Optionen und medizinische Hilfsmittel, wie Orthesen.
Erst wenn diese Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung zeigen oder der Verschleiß zu massiv ist, empfehle ich den Einbau eines Kunstgelenks. Wichtige Voraussetzung ist eine sorgfältige Diagnostik – in der Regel mittels Röntgen und in bestimmten Fällen MRT (Magnetresonanztomogramm) –, um Arthrose eindeutig als Ursache für die Beschwerden zu identifizieren.
Nicht jeder Schmerz ist nämlich verschleißbedingt.

Manche Kniebeschwerden haben ihre Ursache in Hüfte oder Wirbelsäule. Haben Sie Zweifel oder denken, dass der Operateur Ihnen zu schnell zu einer Operation rät, sollten Sie unbedingt die Möglichkeit nutzen und eine Zweitmeinung einholen.

Wir im Elisabeth-Krankenhaus sind auch dafür im Rahmen der GelenkChirurgie Nordhessen mit der Orthopädischen Gemeinschaftspraxis Melsungen-Bad Wildungen und der Orthopädischen Praxisklinik Baunatal vernetzt. Fallbesprechungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Qualitätszirkel und Komplikationsmanagement Endoprothetik für mehr Mobilität Gelenkersatz steigert die Lebensqualität sind ebenso Kennzeichen dieser Zusammenarbeit wie die vertrauensvolle Begleitung der Patienten aus der ambulanten Praxis über den stationären Aufenthalt bis zur Nachbehandlung.

Erfahrene Operateure 

Wird eine Operation dann notwendig, muss ein passendes Kunstgelenk ausgewählt werden. Am Markt finden sich hunderte verschiedener Endoprothesen – vom Teilersatz bis zur gekoppelten Vollprothese. Die Zulassung dieser Medizinprodukte ist an strenge Qualitätsstandards gebunden.
Die Unterschiede sind allerdings manchmal auch für den Experten kaum zu sehen.

Um unseren Patienten die größtmögliche Sicherheit zu bieten, verwenden wir am Elisabeth-Krankenhaus nur Prothesen großer international agierender Hersteller. Die allermeisten Prothesen sind Standardprothesen. Aber nicht jedes orthopädische Problem lässt sich nach Standard lösen.
So gibt es eine Reihe von Spezial- und Sonderprothesen, sogenannte Individualprothesen. Diese „Mercedesse unter den Prothesen“ werden durchaus auch von den Kassen bezahlt, bringen aber nur für einen ganz kleinen Anteil der Patienten mit ganz besonderen anatomischen Situationen einen Vorteil.

In unseren Aufklärungsgesprächen mit den Patienten verwende ich gerne den Vergleich mit einem Maßanzug. Wer geht denn heute noch zum Schneider und lässt sich einen Maßanzug nähen? In entsprechenden Fachgeschäften ist die Auswahl an Zwischengrößen inzwischen so groß, dass sich immer einer findet, der perfekt passt. So ist es auch in der Endoprothetik.
Wir haben jederzeit dutzende von Prothesen in verschiedensten Größen verfügbar. Für ein langfristig gutes Operationsergebnis kommt es vielmehr auf den richtigen Sitz der Prothese beim Einpassen an, als auf das konkrete Modell. Dabei zählt trotz aller hochmoderner computergestützter Unterstützung vor allem eines: unsere Erfahrung. (Dr. med. Uwe Behrmann)

Elisabeth-Krankenhaus Kassel
Weinbergstr. 7, 34117 Kassel
www.vinzenz-verbund.de/elisabeth-kassel

Unfallchirurgie & Orthopädie
Telefon: 05 61 / 72 01 - 141:
dienstags, donnerstags 14 – 16 Uhr

Sprechstunden:

montags 16 – 18 Uhr
dienstags 10 – 13 Uhr
donnerstags 15 – 18 Uhr
freitags 15 – 17 Uhr

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