Personalwechsel im Elisabeth-Krankenhaus

Neuer Leiter des Notarztstandortes: Michael Kind ist ein Mann der Praxis

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Notfallmediziner mit Leib und Seele: Michael Kind, seit diesem Jahr Leiter des Notarztstandorts am Kasseler Elisabeth-Krankenhaus. Er beerbt Detlev Kann, der diese Position 36 Jahre innehatte. 

Kassel. Michael Kind beerbt Detlev Kann als Leiter des Notarztstandortes im Elisabeth-Krankenhaus. Wir haben mit ihm über seinen neuen Job und zukünftige Herausforderungen gesprochen.

Personalwechsel im Elisabeth-Krankenhaus (EKH): Michael Kind wird neuer Leiter des Notarztstandortes. Er übernimmt den Posten von Detlev Kann. „Er war immer ein sehr ruhiger und besonnener Notarzt und bei medizinischen und persönlichen Fraggen immer für einen da“, sagt Kind über seinen Vorgänger, mit dem er seit Jahren und bis zu dessen Ruhestand in engem Kontakt stand.

Große Fußstapfen also, in die er tritt. Doch Kind, „mit Leib und Seele Notfallmediziner“, will auch eigene Spuren hinterlassen. „Ich möchte praxisorientiertere Fortbildungen anbieten, sowohl für Notärzte als auch für Notfallsanitäter“, sagt der 51-Jährige. Das Legen einer Drainage im Brustkorb etwa könne man an Schweinehälften üben, statt sich eine Power-Point-Präsentation darüber anzusehen.

Eine Herausforderung für Notaufnahmen sieht Kind vor allem in der immer größer werdenden Zahl an Patienten. „Wir müssen mehr Platz für Betten schaffen, aber auch die Patienten, die nicht akut krank sind, herausfischen und überweisen.“ Sowohl Ärzte als auch das Pflegepersonal müssten sich für die speziellen Anforderungen in der Notaufnahme fortbilden.

Kind selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran. Bald wird er die Zusatzbezeichnung des Akut- und Notfallmediziners im Krankenhaus tragen. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gab es in Deutschland bisher keine spezifische Zusatzausbildung für das Personal interdisziplinär arbeitender Notaufnahmen. Diese wurde erst kürzlich von den notfallmedizinischen Fachgesellschaften speziell für klinische Notfall- und Akutmedizin neu geschaffen.

Detlev Kann

Kinds Vorgänger Detlev Kann, Träger der Ehrenplakette in Silber der Landesärztekammer Hessen, war von 1981 bis 2017 Leiter im Notarztstandort. Mit Kind folgt ein Arzt, der im 19. Jahr am Elisabeth-Krankenhaus tätig ist. Seit 2011 leitet der dreifache Familienvater bereits die Zentrale Notaufnahme am EKH. Er ist Facharzt für Chirurgie und Notfallmedizin und im Rettungsdienst als Leitender Notarzt engagiert. Nun übernimmt er zusätzlich die Funktion als Leiter des Notarztstandortes.

„Mit der Nachfolgeregelung für die Standortleitung stellen wir nicht nur fachliche und personelle Kontinuität sicher“, sagt EKH-Geschäftsführer Dr. Ralf Paland. „Michael Kind wird sich als leidenschaftlicher Notfallmediziner für stetige organisatorische Verbesserungen einsetzen, neue fachliche Entwicklungen einbeziehen und vor allem Mitarbeitende in der Medizin, im Rettungsdienst und in der Pflege für diesen speziellen Dienst an den Menschen begeistern.“

Das Elisabeth-Krankenhaus (EKH) ist als Notfallkrankenhaus fester Bestandteil des Notfallkonzeptes der documenta-Stadt. Seit 1981 ist es auch Notarztstandort. Das Haus verzeichnet mehr als 7500 Rettungswageneinsätze pro Jahr. Zwischen 40 und 70 Patienten werden jeden Tag rund um die Uhr in der Zentralen Notaufnahme behandelt.

Am Elisabeth-Krankenhaus befindet sich der größte Notarztstandort Kassels. Von hier aus werden jährlich mehr als 3100 Notarzteinsätze koordiniert.

Hintergrund: Das Manchester-Triage-Verfahren

Je voller der Warteraum, desto länger müssen Patienten warten. Die Reihenfolge, in der die Patienten drankommen, richtet sich nach der Dringlichkeit ihrer Behandlung. 

Wie in vielen anderen Krankenhäusern auch, wird dies in der Notaufnahme des EKH über das sogenannte Manchester-Triage-Verfahren ermittelt. Michael Kind erklärt: „In fünf Stufen wird die maximale Wartezeit bis zum Arztkontakt festgelegt.“ Dabei helfe neben einem schematischen Fragenkatalog auch klinische Erfahrung und Bauchgefühl. 

Die Methode habe sich bewährt. Und: „Jeder Patient wird von einem Arzt gesehen“, beruhigt Kind.

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