Zusammenarbeit ist das A und O

Dr. Gero Moog und Dr. Wagma Mehlhorn untersuchen eine Patientin mittels Ultraschall.
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Dr. Gero Moog und Dr. Wagma Mehlhorn untersuchen eine Patientin mittels Ultraschall.

Elisabeth-Krankenhaus bietet breites Spektrum in der Notfallversorgung – zum Beispiel mit einer 24-Stunden-Bereitschaft für endoskopische Notfälle

Samstagabend, kurz nach 22 Uhr. Wolfgang H. fühlt sich nicht gut. Er hat diffuse Schmerzen im Bauchbereich und muss sich erbrechen. Mit Schrecken stellt der 58-Jährige fest, dass sich große Mengen Blut im Erbrochenen finden. Seine Frau reagiert umgehend und ruft den Rettungswagen.

„Da eine akute Magen-Darm-Blutung mitunter lebensgefährlich sein kann, sollte auf jeden Fall möglichst sofort ein Krankenhaus oder ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Dr. Wagma Mehlhorn. Stellvertretend leitet sie neben Michael Kind die Zentrale Notaufnahme (ZNA) im Elisabeth-Krankenhaus Kassel.

Interdisziplinäres Team mit Zusatzqualifikation

Michael Kind ist Facharzt für Chirurgie und Dr. Wagma Mehlhorn Fachärztin für Innere Medizin. Beide haben zudem die Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin absolviert. „Auch im Bereich der Pflege sind wir bestens aufgestellt “, erklärt Mehlhorn. „Die meisten Pflegekräfte, die bei uns in der ZNA arbeiten, haben die Zusatzqualifikation für die Notfallpflege erworben. Die schnelle und gute Versorgung unserer Patienten ist eine Leistung des gesamten Teams.“ Zur Verstärkung sind zudem Spezialisten anderer Abteilungen schnell greifbar. Daher ist man in der ZNA für Notfälle bestens gerüstet. 

Auch Wolfgang H. kann schnell geholfen werden. Bereits im Rettungswagen haben die Sanitäter, nach der Erstversorgung des Patienten, die Kapazitäten der umliegenden Kliniken abgerufen. Der Transport geht ins Elisabeth-Krankenhaus, in dem das Team der Notaufnahme bereits alles veranlasst hat. „Für uns ist es gut, wenn wir telefonisch bereits viele Informationen erhalten“, sagt Dr. Mehlhorn. Und so wird, wie im genannten Fallbeispiel, der diensthabende Gastroenterologe hinzugezogen.

Zur Ersteinschätzun gehören verschiedene Untersuchungen

Zur sogenannten Ersteinschätzung gehört dann neben der körperlichen Untersuchung eine Sonografie, erklärt Dr. Andrea Lenschen, leitende Oberärztin der Gastroenterologie im EKH. Parallel werden Blutparameter und die Herzfunktion per EKG untersucht.

Wolfgang H.s Blutung, so stellen die Ärzte fest, entstand durch ein kleines Geschwür (Ulcus) am unteren Abschnitt der Speiseröhre – höchstwahrscheinlich ausgelöst durch einen Blutverdünner, den H. wegen bestehendem Vorhofflimmern einnimmt. Die Blutung sickerte langsam von dort in den Magen – das verursachte die Schmerzen und die Übelkeit mit Erbrechen. Mittels Verödung wurde das blutende Geschwür zum Stillstand gebracht. Die Ärzte raten dem Patienten, den Blutverdünner für zunächst zwei Tage auszusetzen, zudem erhält er Medikamente, die säurehemmend wirken. Nach ein paar Tagen Erholung ist der 58-Jährige wieder wohlauf. In einigen Wochen hat H. einen Kontrolltermin im Krankenhaus, bei dem Speiseröhre und Magen nochmals gespiegelt werden sollen. „Das ist erforderlich, damit man sich das Ulcus noch einmal anschaut“, erklärt Dr. Gero Moog, Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung des EKH.

Blutungen im Verdauungstrakt kommen häufig vor

Blutungen im Verdauungstrakt kommen laut der Mediziner relativ häufig vor, ebenso wie Beschwerden im Bauchraum. „Wir sprechen dann von dem sogenannten unklaren Bauch“, sagt Dr. Mehlhorn. Hinter den Schmerzen verbergen sich unterschiedlichste Ursachen, die die Ärzte gemeinsam aufdecken: Blinddarmentzündung, Divertikulitis, gastroenterale Blutungen bis hin zu Tumoren oder gar Aneurysmen der Bauchaorta. „Unser Anspruch ist es, rasch abzuklären, was zu tun ist und alles in die richtigen Bahnen zu lenken“, sagt Dr. Mehlhorn.

Fachärzte vor Ort

Daher sei es wichtig, dass Fachärzte vor Ort sind. „Wir profitieren von kurzen Wegen z.B. zwischen der Notaufnahme und der Endoskopie mit einem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für gastroenterologische Notfälle“, erklärt Dr. Moog. Und auch Fachärzte aus anderen Bereichen sind schnell zur Stelle. Hinter einem unklaren Bauch kann zum Beispiel auch ein urologisches Problem stecken, das dann von einem Urologen des Krankenhauses weiter behandelt wird.

Bei einem „geplatzten Blinddarm“, den Mediziner als akuten Bauch einstufen, ist sofort ein Chirurg zur Stelle. Die Erkennung eines akuten Bauches und die unmittelbare Einleitung einer Notfallbehandlung gehören zur Ersteinschätzung in der Notaufnahme. Zusammenarbeit und das gebündelte Fachwissen des gesamten Teams sind das A und O in der Notfallversorgung.      veg

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Kassel
Weinbergstraße 7
34117 Kassel

www.elisabeth-krankenhaus-kassel.de

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