Protest vor dem Rathaus in Kassel

Eltern gehen gegen Kita-Streik auf die Straße

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Elternprotest: „Eine Einigung muss her – Ihr macht Eltern und Kindern das Leben schwer“ – Auf Plakaten und Flugblättern forderten gestern Eltern in Kassel vor dem Rathaus die Gewerkschaft Ver.di und die Kommune auf, zu einer Einigung zu kommen.

Kassel. In der dritten Woche Kitastreik haben Eltern in der Stadt Kassel und im Landkreis die Nase gestrichen voll.

Mit einer unangemeldeten kurzen Protestdemonstration machten am Dienstagnachmittag etwa hundert Eltern in Begleitung ihrer Kinder vor dem Kasseler Rathaus ihrem Ärger Luft. Auch in Vellmar protestierten Eltern.

„Hier leiden unsere Kinder – Einigt Euch endlich“ richteten sich Kasseler Eltern auf Plakaten und Flugblättern an die beiden Verhandlungspartner, die Stadt und die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. „Wir kommen an unsere Schmerzgrenze“, sagte Carmen Brehmer, eine Mutter, die sich als Service-Kraft unbezahlten Urlaub nehmen muss, um ihren fünfjährigen Sohn zu betreuen. „Wir brauchen eine rasche Lösung“, sagte Suzanne Dinter, die für ihren Sohn einen Notdienst-Kitaplatz am anderen Ende der Stadt bekommen hat.

Mehr als 150 nordhessische Kitas sind laut Ver.di-Bezirksgeschäftführer Axel Gerland dem Streikaufruf gefolgt. In Kassel sind es 33 städtische Einrichtungen. In Kassel und Baunatal sei bis auf die Notdienstvereinbarungen „alles dicht“, so Gerland. Ver.di fordert für die Erzieherinnen und Sozialarbeiter zehn Prozent mehr Lohn und eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit. Im Notdienst stellt die Stadt Kassel die Betreuung von 900 Kindern sicher, ein Fünftel der 4500 Kita-Plätze.

Auch gestern haben sich nach Auskunft von Gerland im Streiklokal im Kasseler Kulturbahnhof wieder 400 Streikende eingefunden. „Wir erfahren im Großen und Ganzen eine große Solidarität“, lautet seine Einschätzung, „auch wenn wir den Eltern Einiges zumuten“. Der Streik gehe unbefristet weiter. Gerland: „Wir haben einen langen Atem.“

In einem Schreiben richtete sich die Gewerkschaft Ver.di gestern ihre Forderungen an alle Bürgermeister in Nordhessen.

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