Unterbringungsmöglichkeiten online suchen

Eltern helfen sich mit App im Kita-Streik

Software-Entwickler Frank Chabrié sitzt am 15.05.2015 in seinem Büro in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) mit Gastkind Philipp (l) und seinem Sohn Mika an einem Tablett-Computer. Chabrié hat eine App entwickelt, die vom Kita-Streik betroffenen Eltern die Möglichkeit gibt, Kinderbetreuung privat zu organisieren. Foto: Bernd Thissen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Kassel / Wuppertal. Über www.kita-ausfall.dekönnen Eltern während des Kita-Streiks einen Betreuungsplatz für ihre Kinder finden. Frank Chabrié aus Wuppertal hat die kostenlose App und Internetseite entwickelt.

Wer schnell und unbürokratisch ein Kind bei sich aufnehmen kann, zum Beispiel eine Tagesmutter oder ein Verein, kann dies online stellen. Für Eltern gibt es eine Suchfunktion, die Familien und Institutionen in der Nähe anzeigt. Beide Seiten können untereinander Kontakt aufnehmen.

„Die Idee ist aus der eigenen Not entstanden“, sagt der 37-jährige IT-Experte Chabrié. Sein vierjähriger Sohn Mika sei auch vom Streik der Erzieherinnen betroffen. Pro Tag werde die Seite über 1000 mal aufgerufen. Seit dem Start in der vorigen Woche seien es 16.000 gewesen. Außer in Wuppertal bietet die Kita-Streik-App mittlerweile Eltern in fast 40 Städten Hilfe – Tendenz wachsend.

Auch für Kassel sind auf kita-ausfall.de inzwischen Angebote. Seit voriger Woche ist dort Silvi Jonathan zu finden, die sonst „immer mal wieder als Babysitterin“ tätig ist. Eigene Kinder habe sie nicht, sagte die 38-Jährige, die im Kasseler Stadtteil Bettenhausen lebt. Normalerweise verdiene sie ihr Geld als selbstständige Schneiderin. Ihre Hilfe habe sie dort angeboten, nachdem sie erfahren haben, dass so viele Eltern durch den Kita-Streik in Schwierigkeiten stecken. Bisher habe ihr Angebot aber noch niemand in Anspruch genommen.

Auch an den Datenschutz hat Frank Chabrié gedacht: „Wir löschen die Daten vier Wochen nach Streikende.“ Und die App bleibe kostenlos und werbefrei, versicherten Chabrié.

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