Bedarf an Betreuungszeiten

Befragung bei Einrichtungen: Eltern wollen flexible Kita

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Karsten Kunz ist Elternsprecher städtischer Kitakinder.

Kassel. Kasseler Eltern fordern flexible und damit familiengerechtere Betreuungszeiten in städtischen Kindertageseinrichtungen und Horten. Deshalb proben sie den „Zwergenaufstand“.

Diesen Namen haben die Eltern von Kitakindern in den 18 städtischen Einrichtungen einer Arbeitsgemeinschaft gegeben, die ein Konzept erarbeiten soll. Gemeinsam mit Familiendezernentin Anne Janz soll es umgesetzt werden.

„Insbesondere Familien, in denen beide Eltern arbeiten, sind aufgrund der nicht mehr zeitgemäßen Regelungen in den Kitas stark unter Druck und benachteiligt“, sagt Karsten Kunz, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der städtischen Kitas. „Wir fordern Verbesserungen, so dass im Bedarfsfall flexible Betreuungsstunden für Halb- und Dreiviertelplätze gebucht werde können.“ Auch generelle Schließungen wie im Sommer sollte es nicht mehr geben.

Für viele Eltern sei es ein Problem, etwa Schichtarbeit mit der Betreuung von 7 bis 17 Uhr (freitags bis 14 Uhr) in den Kitas zu vereinbaren. Wenn Erzieher ausfallen - etwa wegen einer Fortbildung - müsse Urlaub genommen werden. „Das macht es jungen Familien schwer, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Eltern müssen sich permanent abhetzen“, sagt Kunz (40), Vater einer Sohnes, der die Kita Eichwald besucht und im Herbst eingeschult wird sowie einer neunjährigen Tochter.

Da die Betreuungs- und Tarifordnung in städtischen Kitas zum Ende des Jahres ausläuft, sei der Zeitpunkt günstig, um eine neue Vereinbarung zu formulieren. Die AG Zwergenaufstand, allen voran Hans Weißhaar und Alexandra Gundlach, hat mit großer Sorgfalt einen in fünf Sprachen übersetzten Fragebogen zum Betreuungsbedarf erarbeitet. Dieser wird zurzeit an die Eltern verteilt. Das Ergebnis werde bis Ende Mai ausgewertet und der Dezernentin vorgelegt, sagt Kunz. „Das kostet die Stadt nichts.“

Für die Eltern kann es hingegen finanziell günstiger sein, eine individuelle Anzahl an Stunden für einen bestimmten Betrag zu buchen als pauschal für einen Kitaplatz zu zahlen.

Den Wunsch nach mehr Personal in den Kitas stellen die Eltern vorerst zurück: „Das werden wir angesichts der finanziellen Lage der Stadt wohl nicht erreichen“, sagt Kunz. Gleichwohl werde das Ergebnis der Befragung Konsequenzen haben. Gemeinsam mit der Stadt seien die Eltern breit, anschließend an der Umsetzung zu arbeiten.

www.zwergenaufstand-ks.de

Von Christina Hein

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