Kanst könnte Stadtteilzentrum werden

Ehemaliges Untersuchungsgefängnis Elwe ist verkauft

Kassel. Die Elwe hat neue Eigentümer: Der Baunataler Unternehmer Gotthard Fels und der Kasseler Rechtsanwalt Christopher Posch haben das ehemalige Untersuchungsgefängnis an der Leipziger Straße 11 gekauft.

Hintergrund: Haftanstalt schloss 2009

Das Untersuchungsgefängnis Elwe wurde von 1874 bis 1876 erbaut. Die Nebengebäude entstanden 1906. Ihren Namen verdankt die Elwe der Postanschrift: Leipziger Straße 11. Bis 1969 war sie selbstständige Justizvollzugsanstalt (JVA) für Männer und Frauen. Dann wurde sie Zweigstelle der Justizvollzugsanstalt Wehlheiden. Seit 2001 war das Untersuchungsgefängnis wieder selbstständig. Zuletzt saßen dort 90 Insassen ein. Ende 2009 wurde die Elwe wegen des hohen Sanierungsbedarfs geschlossen. 2010 gründeten der Baunataler Unternehmer Gotthard Fels und der Kasseler Rechtsanwalt Christopher Posch die Elwe GmbH und mieteten das Gebäude bis Ende 2012 an. Nun haben sie die Elwe gekauft.

Posch und Fels hatten mit ihrer Elwe GmbH seit Längerem Interesse an dem historischen Gebäude bekundet. Sie wollen die einstige Justizvollzugsanstalt, die zurzeit als documenta-Hotel dient, auf Dauer nutzbar machen. Den Kaufpreis beziffern sie auf 570.000 Euro.

Nach ihren Vorstellungen könnte der alte Knast an der Leipziger Straße 11 eine Art Stadtteilzentrum für die Unterneustadt werden. In den Obergeschossen wären vielleicht auch noch Studentenwohnungen möglich, sagt Fels, der in Kassel unter anderem das Karlshospital an der Fulda saniert hat. Ein Wochenmarkt auf dem ehemaligen Gefängnishof und eine Bar sind weitere Ideen. Eine Option ist zudem, das brachliegende Grundstück am Pulvermühlenweg hinter dem ehemaligen Gefängnis einzubeziehen. „Wir sind da dran“, sagt Fels.

Die Elwe könnte ein Baustein im Masterplan für den Kasseler Osten werden, der nun auf den Weg gebracht wird. Die Hoffnungen im Stadtteil sind groß, dass mit einer neuen Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes der gesamte Unterneustädter Kirchplatz zum attraktiven Zentrum wird. Der Stadtteil könnte endlich einen Treffpunkt für Alteingesessene und Zugezogene, Jung und Alt bekommen.

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-Kunstfreunde stürmen die Zellen

In dem Viertel rund um die Ende 2009 geschlossene Justizvollzugsanstalt steckt jede Menge Entwicklungspotenzial. Von dem Aufschwung im Stadtteil könnte auch die Unterneustädter Schule profitieren, die Nachholbedarf hat. Bis ein tragfähiges Konzept steht, bleibt das 1876 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Gefängnis Veranstaltungsort. Bis zum Ende der documenta können Kunstfreunde in den Zellen übernachten. Auch für die Zeit danach ist der alte Knast bereits gut gebucht. „Es gibt jetzt schon jede Menge Anfragen für Veranstaltungen“, sagt Christopher Posch. Zahlreiche Unternehmen und Verbände hätten ihr Interesse bekundet.

Fotos: Blick ins ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe

Blick ins ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe

Mehr über die Elwe erfahren Sie im Regiowiki.

Die Elwe GmbH hat 200 000 Euro investiert, um das historische Gebäude als Hotel nutzbar zu machen. Ihre Pläne zum Erwerb der Immobilie drohten zu scheitern, als das für die Vermarktung zuständige Hessische Immobilienmanagement (HI) einen Sachverständigen einschaltete und das Baudenkmal auf dem Markt zum Kauf anbot. Die Elwe GmbH musste sich gegen andere Interessenten durchsetzen, was sich in einem höheren Kaufpreis niederschlug.

Von Ellen Schwaab

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