Investor Gotthard Fels: Preis ist zu hoch

Elwe wieder im Angebot - Land will mehr Geld für früheres Gefängnis

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Denkmalgeschützt: Das Land sucht einen Käufer für das ehemalige Untersuchungsgefängnis am Unterneustädter Kirchplatz, das in diesem Sommer zum documenta-Hotel wird.

Kassel. Basketball-Turnier, Tattoo-Messe, Party-Nacht: Die Elwe hat sich zum angesagten Veranstaltungsort gewandelt. In diesem Sommer wird das ehemalige Untersuchungsgefängnis mit der Postadresse Leipziger Straße 11 Gäste aus aller Welt beherbergen.

Und Treffpunkt der Kunstszene sein. Der alte Knast am Unterneustädter Kirchplatz wird zum documenta-Hotel.

Die Elwe im Regiowiki

Die Pächter Gotthard Fels und Christopher Posch haben mit ihrer Elwe GmbH den Weg dafür frei gemacht, dass neues Leben in die alten Mauern einzieht. Ihre Pläne, das denkmalgeschützte Gebäude zu erwerben und langfristig nutzbar zu machen, sind jedoch vorerst geplatzt. Das Hessische Immobilienmanagement (HI) in Wiesbaden bietet die Landesimmobilie nun zum Kauf an. Es erhofft sich einen höheren Preis. Zahlen nennen weder das HI noch die GmbH.

Aus dem Archiv: Blick in die Elwe

„Wir waren eigentlich guter Dinge“, sagt der Baunataler Unternehmer Fels, der unter anderem das denkmalgeschützte Karlshospital an der Fulda saniert hat. Dann habe das Land einen Sachverständigen aus dem Rhein-Main-Gebiet bestellt, der andere Preisvorstellungen habe. „Das ging relativ zügig mit dem Gutachten.“ Der von dem Sachverständigen festgesetzte Verkehrswert des Gebäudekomplexes sei „brutal hoch“. „Man muss gucken, was nun passiert“, sagt Fels. Die Elwe GmbH hat rund 200.000 Euro investiert, um das Gebäude als Hotel nutzbar zu machen, und mit Hannelore Mayer-Stahl und Manfred Mayer renommierte Gastro-Partner gewonnen. Die Hoteliers und Caterer aus Felsberg werden in der alten Elwe-Turnhalle ein Gourmet-Restaurant einrichten und in einem der Gefängnishöfe eine Essmeile betreiben.

Aus dem Archiv: Körperkunst im Knast

Körperkunst im Knast: Tattoo- und Piercingshow in der Elwe

Potenzielle Käufer können ihre Gebote für das 1876 erbaute Gefängnis bis zum 6. April abgeben. Der Elwe-Pächter könnten natürlich mitbieten, sagt Renate Gunzenhauser vom Hessischen Immobilienmanagement. Die Elwe sei ihnen zum Verkehrswert angeboten worden, ein Verkauf sei auf dieser Basis aber nicht zustande gekommen. Die Pläne für das documenta-Jahr seien nicht gefährdet. „Der Verkauf wird nicht vor Ende 2012 realisiert, weil die Elwe bis dahin vermietet ist“, sagt die HI-Sprecherin.

Fels und sein Geschäftspartner Posch hoffen, dass sie doch noch zum Zuge kommen. „Wir haben weiter Interesse“, sagt Fels. „Aber der Preis ist zu hoch.“ Wenn man die Elwe wieder verlassen müsse, nehme man alles wieder mit. Damit verfielen auch alle Genehmigungen.

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