Drei Fragen an Alexis Ewen

"Das Ende der Diskriminierung": So reagiert der CSD in Kassel auf die Ehe für alle

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Holger Alexis Ewen (Bildmitte) ist Vorsitzender des CSD-Vereins Kassel.

Kassel. Der Bundestag hat mit breiter Mehrheit und nur gegen Stimmen von Teilen der CDU/ CSU-Fraktion für einen Gesetzentwurf gestimmt, der homosexuelle Partnerschaften mit heterosexuellen Ehen gleichstellt. 

 „Auf diesen Tag haben Tausende von Homosexuellen gewartet“, sagt dazu Holger Alexis Ewen, der Vorsitzende des Vereins Christopher-Street-Day (CSD) Kassel: Er beende damit die Diskriminierung homosexueller Partnerschaften: Das Hilfskonstrukt der eingetragenen Lebenspartnerschaft sei nun obsolet.

„Dafür haben unzählige Aktivisten seit über 15 Jahren gekämpft und es sind mehr als drei Millionen Demonstranten zuletzt bei den CSD-Demonstrationen auf die Straße gegangen“, so Ewen. Der CSD Kassel danke dem Bündnis 90 / Die Grünen und insbesondere Volker Beck, die die „verlässlichsten Streiter“ bei diesem Thema waren. Die Kanzlerin habe ihre Position erst überdacht, als nahezu alle möglichen Koalitionspartner dieses Thema zur „Roten Linie“ erklärt hatten, ohne die kein Koalitionsvertrag unterschrieben werden sollte. Um aber künftig nicht von wechselnden und wohlgesonnenen Mehrheiten abhängig zu sein, werde der CSD Kassel mit den anderen CSD’s in Deutschland weiter das Ziel verfolgen, den Artikel 3 des Grundgesetzes um den Tatbestand der Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität zu ergänzen. 

Drei Fragen

Wir fragten Holger Alexis Ewen, den Vorsitzender des CSD-Vereins Kassel, zum Ende des Kampfes für die Ehe für alle.

Haben Sie mit einer so schnellen Einigung über den Gesetzesentwurf gerechnet?

Holger Alexis Ewen: Nein definitiv nicht. Auch deutschlandweit war das eine Überraschung. Der Antrag war bereits 29 mal abgelehnt worden. Jetzt bin ich wie viele geflasht. Möglicherweise ist das Ganze ja eine Wahlkampf-Strategie, aber das ist auch egal. Die Mehrheit ist da. Alles ist wunderbar.

Wird es jetzt einen Run auf die Standesämter geben?

Ewen: Das könnte sein. Es gibt ja sehr viele eingetragene Partnerschaften. Ich denke, dass die jetzt auch gerne heiraten wollen. Es geht doch einfach um zwei Menschen, die füreinander da sein wollen.

Darf man sich zurücklehnen oder gibt es noch was zu tun?

Ewen: Also, erst mal sollte man jetzt den Moment genießen.

Es gibt mit Sicherheit noch Einiges zu tun, zum Beispiel in Sachen Adoptionsrecht. Das werden dann die nächsten Schritte sein. Jetzt aber können wir uns freuen. 

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