Stadt ändert Vorgehen beim Nachweis

Corona-Impfung in Kassel: Endlich gibt’s den Eintrag im Pass

Corona-Schutzimpfung im Impfausweis
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Nachweis im gelben Impfpass: Auch in Kassel und Calden werden die Corona-Schutzimpfungen nun direkt in den international gültigen Ausweis eingetragen.

Jetzt also doch: Kasseler, die im Impfzentrum neben dem Auestadion ihre Corona-Schutzimpfung bekommen, können diese nun in ihren Impfausweis eintragen lassen.

Kassel – Das hat die Stadt am Mittwoch nach einer HNA-Anfrage mitgeteilt. Am Vortag hatte bereits der Landkreis angekündigt, dass es im Caldener Zentrum keine Impfbescheinigung in Form eines Din-A4-Zettels mehr geben wird, wenn man seinen Impfpass mitbringt.

Damit ist eine Lösung für ein leidiges Thema gefunden, das viele Geimpfte in Stadt und Kreis Kassel zuletzt beschäftigt hatte. Dutzende Leser hatten sich in den vergangen Wochen an die HNA gewandt, weil sie nicht verstehen konnten, dass die Impfung nicht – wie es das Infektionsschutzgesetz vorsieht – im international anerkannten gelben Impfausweis eingetragen wird. „Das ist ein Witz“, sagte beispielsweise der 81-Jährige Helmut Benkert aus Kassel, der das Vorgehen für völlig unverständlich hielt – auch weil den Geimpften durch die Nachtragung unnötiger Aufwand entstehe. Die Stadt verwies auf HNA-Anfragen immer darauf, dass es sich bei der im Impfzentrum ausgestellten Bescheinigung um ein vollwertiges Ersatzdokument für den Nachweis der Impfung handele. Nachtragungen seien nicht erforderlich, hatte auch der gewählte Landrat Andreas Siebert gesagt.

Das wollten viele Leser nicht hinnehmen. Unverständnis herrschte bei ihnen auch wegen der Begründung. „Verfahrenstechnische Gründe“ hatte die Stadt jeweils angegeben. Dabei geht es auch anders, wie ein Blick in die Region zeigt: In den Impfzentren im Werra-Meißner-Kreis, im Kreis Waldeck-Frankenberg und im Schwalm-Eder-Kreis sind Einträge in den Impfausweis seit Start der Impfkampagne möglich. Stephan Bürger, Pressesprecher des Schwalm-Eder-Kreises, sagt dazu: „Der Impfausweis wird als wichtiges internationales Dokument angesehen. In diesem gehört die Impfung also nachgewiesen. Das ist hier nie in Zweifel gezogen worden.“ Darum sei der Ablauf von Anfang an darauf ausgelegt und der Eintrag in die zeitliche Berechnung mit eingeplant worden.

Das ist nun auch in Kassel und Calden geschehen. Sehr zur Erleichterung vieler Geimpfter. Dass sie nur einen losen Zettel in ihrem Impfpass haben, der auf Reisen im Zweifel verloren gehen oder doch nicht anerkannt werden könnte, hatten sie alle bemängelt. Zumal ein Nachtrag der Impfung im Impfausweis eine beinahe immer aussichtslose Sache war. Die Stadt hatte dafür auf die Hausärzte verwiesen. Diese wiederum weigerten sich vielfach. Auch, weil das Nachtragen für Mehrarbeit in den Praxen sorgt, die derzeit mit der Organisation der Corona-Impfungen beschäftigt sind, wie mehrere Hausärzte sagen. Das Hessische Sozialministerium hatte auf HNA-Anfrage unterdessen an das Gesundheitsamt für eine Übertragung des Nachweises in den Ausweis verwiesen. Aber auch das Gesundheitsamt weigerte sich – laut Stadt, weil die Mitarbeiter die „ angespannte Pandemielage zu bewältigen“ hätten.

Corona-Impfung für Kasseler in Impfpass: Lösung für bereits Geimpfte soll folgen

Nun gibt es also den Nachweis direkt in den gelben Impfausweis. Nur: Wie geht es für die weiter, die bereits beide Corona-Impfungen erhalten und diese nur auf dem Ersatzdokument festgehalten haben? Auch für sie wird es eine Lösung für eine Übertragung in den Pass geben, sagen sowohl Stadtsprecher Claas Michaelis als auch Landkreissprecher Harald Kühlborn. An dieser werde derzeit gearbeitet. (Marie Klement)

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