Endlich ist wieder was los

Schnellcheck: So war der Auftakt zum Stadtsommer und Kulturzelt in Kassel

Kulturzelt mit der Band „Die Höchste Eisenbahn“
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Das Kulturzelt meldet sich zurück: Zum Auftakt spielte am Freitag die Band „Die Höchste Eisenbahn“.

So viel Kulturangebote wie am Freitag gab es seit eineinhalb Jahren nicht in Kassel. Der Auftakt macht Lust auf mehr.

Kassel – Auf dem Friedrichsplatz startete der Kasseler Stadtsommer, auf der Hessenkampfbahn fand das erste Konzert der Kulturzelt-Saison statt. Wie war es?

Auftakt des Kulturzelts und des Kasseler Stadtsommers – spiegelte sich der Beginn dieser beiden Veranstaltungen auch im Betrieb in der Innenstadt wider? Auf alle Fälle. Die Stadt wird von Tag zu Tag voller. Die Außenbereiche der Restaurants und Cafés waren gestern Nachmittag und am frühen Abend gut besucht. Und dabei war es bewölkt und für Mitte Juli war es nicht wirklich warm. Das hat die Leute aber nicht abgehalten. Sie wollen endlich wieder raus.

Wie war die Atmosphäre in der Hessenkampfbahn, in der in diesem Jahr das Kulturzelt als Außenveranstaltung stattfindet? Natürlich nicht so wie im Kulturzelt, wo in den besten Momenten eine einzigartige Club-Atmosphäre aus Schweiß und Gänsehaut herrscht. Die knapp 500 Besucher saßen, lagen oder standen mit viel Abstand auf dem Sportplatz vor der Bühne. Die Hessenkulturbahn, wie die Anlage nun für die nächsten fünf Wochen heißt, ist eine Art Festival-Gelände und die beste Ersatzspielstätte, die man sich für eine Pandemie vorstellen kann. Um die Anwohner in der Unterneustadt zu schonen, muss die Musik um acht enden. Bis um zehn dürfen die Besucher auf dem Gelände bleiben. Es gibt also auch etwas Biergarten-Atmosphäre.

Wie kamen die Besucher mit den Hygieneregeln zurecht? Völlig problemlos. „Es lief einfach super, die allermeisten Besucher sind schon geimpft“, berichtete Maria Strbac, die an einem der drei Zugänge der Hessenkampfbahn Kontrolldienst tat. Schnelltests waren vor Ort erhältlich, nur vereinzelt mussten Musikfans mangels mitgebrachter Nachweise darauf zurückgreifen.

Zur Premiere trat „Die höchste Eisenbahn“ auf. War die Band ein würdiger Act zum Auftakt? Auf jeden Fall. Das mag jetzt blöd klingen: Aber nach der langen Pause hätte sehr wahrscheinlich jede Band spielen können, und die Zuschauer wären begeistert gewesen. Trotzdem: Die Allstar-Indie-Combo um Francesco Wilking bot ein überzeugendes Programm aus schluffigen Pop-Melodien, ein bisschen Yachtrock und kurzweiligen Ansagen.

Und wie war es auf dem Friedrichsplatz, wo die Bühne für den Stadtsommer steht? Dort war die Stimmung gut, auch wenn noch Platz für mehr Besucher vorhanden gewesen wäre. Besonders die Kinder waren am Nachmittag begeistert von dem Auftritt von „Herr Müller und seine Gitarre“, der für die Kleinen den Friedrichsplatz in eine Disco verwandelte. Auch Anaya (4) tanzte wild vor der großen Bühne. „Es ist so schön, wie die Kinder hier wieder aufleben“, sagte ihre Mutter Jessica Gundlach aus Kassel. Sie findet die Idee der Stadt, den Friedrichsplatz an den kommenden Wochenenden zu beleben, sehr gut. Am Abend sorgte das Gesangs-Trio „Kulturkutsche“ mit Romana Reiff, Annabelle Mierzwa und Tanja Krauth mit Songs aus den 80er-Jahren und von Abba für eine ausgelassene Stimmung.

Gab es große Reden? Oberbürgermeister Christian Geselle sprach auf beiden Veranstaltungen. Er hielt sich aber kurz. Auf dem Friedrichsplatz forderte er die Menschen auf, einen wunderbaren Sommer in Kassel zu verbringen. „Nach 15 wilden Monaten ohne Kultur und Begegnungen“ gehe es endlich wieder los, sagte Kulturdezernentin Susanne Völker auf der Bühne der Hessenkampfbahn. Das unterstrich Mathias Jakob vom Kulturzelt-Team: „Wir sind froh, dass die Musik wieder zurück ist.“

Die Konzertkritik vom Kulturzelt-Auftakt lesen Sie am Montag auf den Kulturseiten.

(Ulrike Pflüger-Scherb, Matthias Lohr und Axel Schwarz)

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