Rundgang über Kasseler Oktoberspaß

Beim Oktoberspaß in Kassel ist ein wenig Normalität zurück

Achterbahn muss sein: Familie Hämisch mit Johanna (von links), Anita, Leon, Carsten und Louis vor dem Alpen-Coaster.
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Achterbahn muss sein: Familie Hämisch mit Johanna (von links), Anita, Leon, Carsten und Louis vor dem Alpen-Coaster.

Auf der Schwanenwiese läuft seit Freitag der Oktoberspaß. Die Coronaregeln sind gelockert. Das freut die Gäste auf dem Rummel in Kassel. Ein Rundgang.

Kassel – Der Spaß ist zurück – und ein bisschen Normalität. Wer den Festplatz auf der Schwanenwiese betritt, der muss kein Testergebnis vorzeigen, der benötigt keine Maske und der muss sich auch nicht registrieren. „Schön, mal wieder auf so einem Viehmarkt zu sein“, sagt eine junge Frau. Jessica Blum heißt sie und stammt aus Bad Arolsen – dort heißt der jährliche Rummel Viehmarkt. Auf den Oktoberspaß in Kassel trifft die Beschreibung aber ebenso gut zu.

Die 25-Jährige hat die Familie dabei, vor allem Sohnemann Elias freut sich wie Bolle auf die erste Karussellfahrt nach einer gefühlten Ewigkeit, wie die Mama sagt. Kein Wunder, dass der Vierjährige sofort ins Feuerwehrauto springt und gleich mal eine Runde dreht. Damit aber nicht genug. Jetzt bräuchte er etwas Wilderes, sagt Elias. Genug Auswahl gibt es ja.

Nur ein paar Fahrgeschäfte und Essbuden weiter etwa steht das Scirocco. Ein Klassiker. Mit verwuschelten Haaren steigen Thi Hong Dinh und ihre Tochter Lili aus, ein bisschen wackelig auf den Beinen. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt die Achtjährige. Nur etwas aufgeregt sei sie davor gewesen. Die Mutter empfindet es als ein Segen, dass nun wieder mehr mit den Kindern unternommen werden könne. „Mehr als ein Jahr ging ja so gut wie nichts“, sagt Thi Hong Dinh.

Dieses Problem kennt Mohaned Mohamed, dessen Sohn Leeth sich gerade als Pilot versucht im Kids Airport. Der Fünfjährige genießt die Fahrt und grinst bis zu den Ohren. Der Vater spricht von einer schwierigen Zeit, die hinter ihnen liege. Weil Leeth wenig unter Menschen war, habe er viel von der deutschen Sprache vergessen, erklärt der Vater. Als Vorschulkind müsse der Sohn das jetzt alles aufholen. Der Oktoberspaß sei eine willkommene Ablenkung. „Es tut gut, dass wir endlich mal wieder rauskommen.“

So sieht es auch Familie Hämisch aus Schauenburg. Sie hätten sich spontan entschieden, den Rummel zu besuchen, erklärt Mutter Anita. Die älteren Kinder Johanna (7) und Louis (6) wollen sich den Hingucker nicht entgehen lassen. Achterbahn müsse schon sein, sagt die Mutter. Und Papa Carsten muss dann halt mit den Kleinen in den Alpen-Coaster. „Das war eine tolle Überraschung, dass Mama und Papa mit uns hierhergefahren sind“, sagt Johanna. Der wilde Ritt in der Achterbahn hat ihr nichts ausgemacht. Sie genieße es, mehr unternehmen zu können „und nicht ständig mit Maske herumlaufen zu müssen“.

In ihrem Süßigkeitenstand, dem Naschkätzchen, tragen Alfred und Stefan Fliege Maske. Für Vater und Sohn eine Selbstverständlichkeit. Die Familie aus Ihringshausen bezeichnet sich selbst als Urgestein, was das Thema Rummel betrifft. Sie seien froh, „dass überhaupt etwas möglich ist“, sagt Stefan Fliege. Aber kein Vergleich zu einer normalen Saison. In diesem Jahr habe das Naschkätzchen bei drei Veranstaltungen Station gemacht – ohne Corona wären es 20 gewesen.

Der Oktoberspaß geht bis zum 24. Oktober. Geöffnet ist er mittwochs bis samstags ab 15 Uhr, sonntags ab 13 Uhr. Mittwochs ist Familientag mit ermäßigten Preisen an den Fahrgeschäften. (Robin Lipke)

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