Ideen für neues Olof-Palme-Haus werden gesammelt

Olof-Palme-Haus in Kassel wird am selben Standort neu gebaut

Das marode Olof-Palme-Haus ist eingezäunt.
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Das Olof-Palme-Haus wird abgerissen und an selber Stelle neu aufgebaut.

Mehr als zwei Jahre war nicht klar, wie es mit dem maroden Olof-Palme-Haus in Kassel weitergeht. Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Süsterfeld-Helleböhn – Nicht nur für die Bewohner des Stadtteils Süsterfeld-Helleböhn gibt es eine wichtige Botschaft aus dem Kasseler Rathaus. Sie Nachricht lautet: Das marode Olof-Palme-Haus an der Eugen-Richter-Straße wird abgerissen und an selber Stelle neu aufgebaut. Ortsvorsteher Helmut Alex freut sich über die Entscheidung: „Wir haben mehr als zwei Jahre rumgemacht. Endlich passiert etwas.“

Tatsächlich drohte die weitere Entwicklung des seit März 2019 gesperrten Bürgerhauses zu einer Hängepartie zu werden. Ende vergangenen Jahres musste der Ortsbeirat einen Rückschlag verdauen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte einen Antrag abgelehnt. Darin ging es um die Bereitstellung von erforderlichem Geld zur Planung eines Neubaus des einsturzgefährdeten Gebäudes. Der Beschluss wurmte den Ortsvorsteher auch deshalb, weil sich alle Beteiligten einig gewesen seien, dass an einem Abriss kein Weg vorbei führt. Vorerst wusste niemand, wie es weitergehen würde mit dem Palme-Haus.

Nun herrscht Klarheit über den Standort. Darüber hinaus solle das Angebot erhalten bleiben oder ausgebaut werden, sagt ein Sprecher der Stadt. Bis zu der Sperrung wurde das Bürgerhaus von Familien, Vereinen und der Volkshochschule aktiv genutzt. Auf fast 800 Quadratmetern standen unter anderem zwölf Seminarräume, ein großer Saal und ein Familienzentrum zur Verfügung. Wie groß die Lücke ist, die das geschlossene Bürgerhaus aufreißt, verdeutlichen diese Zahlen: Jährlich gab es mehr als 4200 Veranstaltungen, 70 000 Menschen besuchten pro Jahr das Palme-Haus.

Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Im nächsten Schritt werde das Kulturamt Ideen sammeln und gemeinsam mit dem Ortsbeirat ermitteln, was das neue Bürgerhaus bieten soll, erklärt der Stadtsprecher. Von wem wird es genutzt? Dazu gehören die VHS, Vereine aus den Bereichen Sport, Freizeit, Kultur, außerdem soll weiterhin die Möglichkeit bestehen, Räume für private Feiern zu mieten, ein Jugendzentrum soll integriert und die Bühnensituation verbessert werden. Und im Außenbereich werde eine „hohe Aufenthaltsqualität“ angestrebt.

Aus den Ideen und Vorschlägen ergebe sich, wie das Haus räumlich und technisch auszustatten ist. Die Ergebnisse dienten dann als Grundlage für die konkrete Planung. Optisch sei noch nichts festgelegt. „Aus städtebaulicher Sicht wurden verschiedene Ziele formuliert, die zum Beispiel einen Solitärbau mit zwei- bis viergeschossiger Bauweise vorsehen“, sagt der Stadtsprecher. Das Amt für Hochbau- und Gebäudebewirtschaftung wird das Raumprogramm ermitteln und die weiteren Schritte koordinieren. Parallel werden die Kosten kalkuliert. (Robin Lipke)

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