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Frühlingsfest in Kassel: „Endlich wieder etwas erleben“

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Sie sind geschickt: Maya und ihr Bruder Paul haben einen Tiger beim Greifspiel gewonnen.
Sie sind geschickt: Maya und ihr Bruder Paul haben einen Tiger beim Greifspiel gewonnen. © Malmus, Pia

Die Menschen genießen seit Freitag das Frühlingsfest auf der Schwanenwiese. Am Dienstagnachmittag gibt es freie Fahrt für alle Kinder aus Kassel.

Kassel – „Die Coronazeit war schlimm für die Kids. Endlich können sie wieder etwas erleben“, sagt Mathias Flimm aus Bad Wildungen, nachdem er mit drei Teenagern am Sonntagnachmittag aus dem „Take Off“ ausgestiegen ist. „Das war richtig geil“, kommentiert Mara Kate Flemming das fünfminütige Erlebnis in dem Fahrgeschäft auf dem Messeplatz Schwanenwiese.

Dort wird seit Freitag wieder das Frühlingsfest vom Schaustellerverband Kassel-Göttingen mit fast 60 Fahr-, Spiel- und Vergnügungsgeschäften veranstaltet.

Schausteller Sebastian Ruppert, dem das Fahrgeschäft „Take Off“ gehört, ist mit dem ersten Wochenende zufrieden. „Der Freitag war normal, der Samstag ganz ordentlich und wenn es heute so weiterläuft, wollen wir uns nicht beschweren“, sagte Ruppert am Sonntagnachmittag. „Die Leute freuen sich, dass sie wieder raus und etwas unternehmen können.“

Sabrina und Markus Behre waren extra mit ihren Kindern Maya (13) und Paul (10) aus Eschwege nach Kassel gekommen, um den Rummel zu besuchen. „In Eschwege ist noch nichts los“, so Sabrina Behre. Um so mehr in Kassel. Auf dem Frühlingsfest zeigten Maya und Paul gestern viel Geschick und hatten natürlich auch etwas Glück. Bei dem Greifspiel „Big Winner“ angelte Maya einen großen Plüschtiger aus dem Kasten. Zwei Euro hatte sie dafür investiert. Allerdings hatte Bruder Paul zuvor ein Euro in das Spiel investiert, um den Tiger mit den Greifarmen besser für seine Schwester zu positionieren. Anschließend wollte die gesamte Familie zusammen „Schmetterling“ fahren. Das sei auch was für die Eltern, so Markus Behre. Die 13-jährige Tochter kündigte allerdings dann, auch noch allein Achterbahn zu fahren. „Maya ist mutig“, stellte ihr Vater fest.

Auch andere Eltern spendieren lieber die Fahrten für ihre Kinder und gucken dabei zu. So auch Sylvia Abt aus Kassel, die mit Mann, Tochter Clarissa (21) und deren Freund Noah Kliebisch auf dem Fest unterwegs war.

Nicht alle Kinder haben Eltern, die sich so etwas leisten können. Deshalb wird es am Dienstag, 29. März, von 15 bis 18 Uhr kostenlose Karusselfahrten für alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren auf dem Frühlingsfest geben.

Eine Spendenaktion, die von dem Kasseler Sicherheitsunternehmen Protex initiiert worden es, macht das möglich. Aufgrund einer großen Spende einer Privatperson und weiteren Spenden (etwa von der Agentur Wild + Partner sowie den Biss-architekten aus Kassel) ist ein Teil der Summe zusammengekommen. Zudem haben die Schausteller 5000 Euro beigesteuert. Protex beteiligt sich an der Aktion, indem 25 bis 30 Sicherheitsmitarbeiter am Dienstag kostenlos die Aktion auf dem Rummel begleiten.

Am Samstagabend hatten die Schausteller um 21.30 Uhr bereits ein Feuerwerk zum Auftakt des Frühlingsfests spendiert. Eine Aktion, die auch auf Kritik gestoßen ist. So kommentierten einige Nutzer bei Facebook, dass ein Feuerwerk in Zeiten des Kriegs in der Ukraine nicht angemessen, sondern eher geschmacklos sei.

Das Feuerwerk sei genehmigt worden, bevor der Krieg in der Ukraine ausgebrochen sei, sagt Konrad Ruppert, Vorsitzender des Schaustellerverbands. Man habe im Vorfeld darüber diskutiert, ob man das Feuerwerk abbrennen soll oder nicht. Man habe sich letztlich dafür entschieden, weil es auch das einzige Feuerwerk auf dem Frühlingsfest sei. Man habe den Menschen damit auch eine Freude machen wollen, sagt Ruppert. „Den Besuchern, die hier waren, hat das Feuerwerk jedenfalls gefallen.“ (use)

Sie genossen die Fahrt im „Take Off“: (von links) Matthias Flimm, Mara Kate Flemming, Marlene Gottschald und Michelle Most.
Sie genossen die Fahrt im „Take Off“: (von links) Matthias Flimm, Mara Kate Flemming, Marlene Gottschald und Michelle Most. © Pia Malmus

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